Jetzt spenden
Leben in Angst und Schrecken
Von Odessa bis zur Front sind es nur etwa 50 Kilometer Luftlinie. Immer wieder wird die Stadt bombardiert, die Menschen bringen sich dann in Luftschutzkellern in Sicherheit. Difäm Weltweit arbeitet dort mit dem Bayerischen Haus zusammen, dessen Arbeit sich mit dem Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine im Februar 2022 grundlegend verändert hat. Die Einrichtung wurde zu einer wichtigen Koordinationsstelle für humanitäre Hilfe in der Region Odessa. Hilfsgüter wie Lebensmittel, Medikamente, Hygieneartikel, Kleidung, Generatoren, Wasserfilter und medizinisches Material wurden verteilt. Besondere Aufmerksamkeit gilt seither auch der psychosozialen Unterstützung von Menschen, die durch den Krieg traumatisiert wurden.
Mehr Zeit im Luftschutzkeller als in der Schule
In Zusammenarbeit mit Psychologinnen und Sozialarbeitern bietet das Bayerische Haus Workshops und Supervisionen an, um die Widerstandskraft von traumatisierten Menschen zu stärken und Helfende vor Überlastung zu schützen. Jugendliche und Familien, die durch Flucht, Verlust und Entwurzelung belastet sind, sehen sich mit einer zweiten Welle traumatischer Erfahrungen konfrontiert, die entsteht durch das wiederholte Erleben von Bedrohung und dem Verlust sozialer Strukturen. Landesweit hat sich der psychische Zustand gerade der Jugendlichen deutlich verschlechtert. Das dauerhaft erhöhte Stressniveau führt zu ausgeprägten Ängsten, Schlafstörungen, Konzentrationsproblemen und einen Anstieg an Suiziden. Besonders stark betroffen ist die Region Odessa, wo Kinder und Jugendliche aufgrund der häufigen Luftalarme seit Kriegsbeginn zwischen 3.000 und 5.000 Stunden – also bis zu einem halben Jahr – in Schutzräumen verbringen mussten. Unterricht findet kaum noch statt, weil Schulgebäude zerstört sind. Es fehlt an Tagesstruktur, was die Probleme noch verstärkt.


