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Chronische Erkrankungen auf dem Vormarsch

Strategien gegen die stille Epidemie

Hunger und Infektionskrankheiten galten bis vor wenigen Jahren noch als die Hauptprobleme in ärmeren Ländern. Heute gehören nichtübertragbare, chronische Krankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck zu den häufigsten Todesursachen weltweit: So sind Todesfälle durch Schlaganfall oder Herzinfarkte in Afrika schon heute häufiger als beispielsweise durch Malaria. Vor allem Menschen, die mit einer Behinderung leben, sind überdurchschnittlich häufig von chronischen Erkrankungen betroffen. Doch die medizinische Versorgung von chronisch erkrankten Menschen ist in vielen afrikanischen Ländern dürftig, viele Erkrankungen bleiben lange unerkannt. Dabei sind neben der Prävention eine frühe Diagnose und Therapie wichtig.

Difäm Weltweit unterstützt seine Partnerorganisationen dabei, die ganzheitliche Versorgung von chronisch Erkrankten in ihre Gesundheitssysteme zu integrieren und fördert die Behandlung nichtübertragbarer und chronischer Krankheiten sowie die Aufklärung zur Entstehung und Vorbeugung.

Chronische Krankheiten - Wohlstandskrankheiten?

Mit dem Anstieg des durchschnittlichen Lebensalters und zunehmender Verstädterung ist mit einer weiteren Zunahme der chronischen Erkrankungen zu rechnen. Dies ist vor allem durch einen Wandel des Lebensstils, veränderter Ernährung und Abnahme der Bewegung bedingt. Dadurch erhöht sich das Risiko für eine chronische Erkrankung. Jedoch sind zum Beispiel Bluthochdruck und Diabetes keine reinen „Wohlstandskrankheiten“. Gerade arme Menschen können sich oft keinen gesunden Lebensstil mit hochwertiger und ausgewogener Ernährung leisten.

Noch ist die medizinische Versorgung von chronisch erkrankten Menschen in vielen afrikanischen Ländern dürftig und das Wissen des Gesundheitspersonals und der Bevölkerung gering. Daher bleiben viele Erkrankte lange unerkannt. Dabei ist neben Fort- und Weiterbildungen zu Diagnostik und Behandlung von nichtansteckenden chronischen Erkrankungen vor allem ein frühes und niederschwelliges Screening notwendig, um Folgeschäden zu vermeiden und Lebensqualität zu erhalten. Präventive Angebote wie Sport- und Ernährungsprogramme müssen als Teil der Gesundheitsversorgung mitgedacht werden. Für die Therapie ist eine ausreichende Versorgung mit qualitativ hochwertigen Medikamenten essentiell. Auch in der Krebs- und Palliativmedizin ist dies wichtig.