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Zugang zu Medikamenten

Bessere Versorgung mit essentiellen Arzneimitteln

Die meisten Krankheiten sind heute behandelbar. Dennoch sterben Millionen Menschen, weil lebenswichtige Medikamente auch heute in vielen Regionen nicht verfügbar sind. Die vorhandenen Arzneimittel können sich die Menschen oft nicht leisten. In vielen Gesundheitseinrichtungen fehlen zudem pharmazeutische Fachkräfte. Daneben steigt die Zahl gefälschter Medikamente und bedroht Gesundheit und Leben der Menschen.

Die Difäm-Fachstelle für Pharmazeutische Entwicklungszusammenarbeit setzt sich deshalb für eine umfassende, dauerhafte und flächendeckende Versorgung mit wirksamen Arzneimitteln und den Aufbau pharmazeutischer Strukturen vor Ort ein. So unterstützen wir beispielsweise den Aufbau von Zentralapotheken, die Schulung pharmazeutischer Fachkräfte sowie die Ausstattung der Einrichtungen mit mobilen Laboren zur Qualitätskontrolle der Medikamente. Medikamentennothilfe in Krisengebieten gehört ebenfalls zur pharmazeutischen Arbeit von Difäm Weltweit als staatlich anerkannte "Zentrale Beschaffungsstelle für Arzneimittel".

Pharmazeutische Kompetenz aufbauen

Medikamente sind unverzichtbar in jedem Gesundheitssystem. Ob Universitätskrankenhaus oder Dorfklinik – keine Gesundheitseinrichtung ist ohne wichtige Medikamenten handlungsfähig. Doch immer noch ist es schwierig, die Beschaffung von Medikamenten bis in abgelegene Regionen sicherzustellen. Und um eine Apotheke zu führen, sind grundlegende pharmazeutische Kenntnisse sehr wichtig. Die notwendigen Präparate überall bereit zu stellen und das Wissen um deren richtigen Gebrauch zu vermitteln sind Schwerpunkte der pharmazeutischen Arbeit des Difäm. Gemeinsam mit Partnerorganisationen vor Ort schult Difäm Weltweit das Personal in Apotheken und Krankenhäusern in der Beschaffung, Dosierung, Lagerung und Qualitätsprüfung und setzt sich dafür ein, dass Medikamente und Produkte in den kirchlichen Zentralapotheken immer, günstig und in guter Qualität zur Verfügung stehen. Wenn möglich, werden sie aus lokaler Produktion eingekauft.

Die richtige Auswahl der Medikamente ist dabei wichtig. Tausende Arzneimittel werden weltweit verschrieben, gekauft und eingenommen, obwohl die Nebenwirkungen und die Kosten im Vergleich zu Alternativen zu hoch sind und in vielen Regionen nur begrenzte finanzielle Mittel bereit stehen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellt daher eine Liste unentbehrlicher Medikamente bereit, zu denen aktuell etwa 400 Arzneistoffe zählen. Aber nicht alle Präparate sind überall sinnvoll – in einer Dorfklinik ohne ärztliches Personal und Labor kommt man mit 20 bis 30 Medikamenten aus, in größeren Krankenhäusern werden dagegen mehr und andere Medikamente benötigt. Die gilt es zu beschaffen und zur Verfügung zu stellen.

Qualitätssicherung von Medikamenten

Die Sicherung der Qualität der Medikamente ist wichtig. In vielen Ländern Afrikas sind gefälschte Medikamente, Arzneimittel minderer Qualität oder gänzlich ohne entsprechende Wirkstoffe im Umlauf. Die Behandlung mit minderwertigen Medikamenten kann zu Resistenzen beispielsweise gegen Antibiotika und schlimmstenfalls auch zum Tode führen. Doch die Medikamente können nur durch Laborprüfungen von geschulten Fachkräften identifiziert werden.

Für die Qualitätssicherung von Medikamenten stattet Difäm Weltweit die Einrichtungen seiner Partnerorganisationen mit mobilen Minilaboren, den Minilabs, aus und schult die Mitarbeitenden in deren Handhabung. Das Minilab-Netzwerk konnte bisher einige Medikamentenfälschungen aufdecken. Die Fälle werden an die WHO und die lokalen Behören gemeldet und von diesen nachverfolgt und zurückgerufen. Bei überregionalen Fällen veröffentlicht die WHO internationale Warnmeldungen.

Internationale pharmazeutische Lobby- und Vernetzungsarbeit

Das internationale Engagement von Difäm Weltweit zur Verbesserung der strukturellen und politischen Rahmenbedingungen ist wichtiger Bestandteil der Arbeit. Das Difäm ist sehr aktiv im Ökumenisch-Pharmazeutischen Netzwerk (EPN) mit Sitz in Kenia. Dort arbeiten über 130 Organisationen und Einzelpersonen aus mehr als 30 Ländern mit dem Ziel zusammen, die pharmazeutische Versorgung armer und benachteiligter Menschen zu verbessern.

Flyer zum Download

Kontakt

Apothekerin Christine Häfele-Abah

Christine Häfele-Abah
Leitung Pharmazeutische Projekte und Beschaffung

Merrit & Peter Renz Haus
Im Rotbad 46

72076 Tübingen