Gesundheit für Mutter und Kind

Weltweit sterben über 289.000 Frauen jährlich an den Folgen von Schwangerschaft und Geburt, der Großteil davon in armen Ländern. Millionen Frauen leiden an Gesundheitsschäden infolge von Komplikationen bei der Entbindung. Die Gründe sind mangelhafte medizinische Versorgung und fehlende Gesundheitsfachkräfte, wie Hebammen, Ärzte und Pflegepersonal. Das Difäm unterstützt daher die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften und Gesundheitshelfern, um das Leben von Müttern und Kindern zu sichern und ihre Gesundheit zu fördern. Dabei beziehen wir die Menschen vor Ort aktiv mit ein und unterstützen die Aufklärung Jugendlicher, die ihr Wissen an Gleichaltrige in Schulen und Gemeinden weitergeben.

Weltweit für Mütter und deren Kinder

Kindergesundheit: Noch keine Entwarnung trotz Erfolgen

Weltweit konnte die Kindersterblichkeit in den letzten Jahren deutlich gesenkt werden. Die Erfolge dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass noch immer jährlich mehr als sechs Millionen Kinder an Krankheiten sterben, die eigentlich leicht zu behandeln sind: Lungenentzündung, Malaria, Durchfallerkrankungen und Unterernährung. Besonders viele Todesfälle gibt es im Säuglingsalter. Deswegen müssen sich die Anstrengungen im Bereich Kindergesundheit besonders auf die ersten Lebensmonate...

Weltweit konnte die Kindersterblichkeit in den letzten Jahren deutlich gesenkt werden. Die Erfolge dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass noch immer jährlich mehr als sechs Millionen Kinder an Krankheiten sterben, die eigentlich leicht zu behandeln sind: Lungenentzündung, Malaria, Durchfallerkrankungen und Unterernährung. Besonders viele Todesfälle gibt es im Säuglingsalter. Deswegen müssen sich die Anstrengungen im Bereich Kindergesundheit besonders auf die ersten Lebensmonate konzentrieren.

Regionale Unterschiede bei Kindersterblichkeit
Die Erfolge beim vierten Millennium-Entwicklungsziel sind unumstritten. In vielen Ländern konnte die Kindersterblichkeit tatsächlich gesenkt werden. Wer aber ins Detail geht, merkt schnell: Es gibt große regionale Unterschiede. Während in entwickelten Ländern die Sterberate bei sieben von tausend Kindern liegt, sterben in den Ländern südlich der Sahara täglich noch immer 17.000 Kinder vor ihrem fünften Geburtstag. Die Wahrscheinlichkeit, an Masern zu sterben, ist heute weltweit deutlich geringer als noch vor ein paar Jahren, dank eines guten Impfstoffs und weltweit guter Impfprogramme. Die häufigsten Todesursachen bei Kindern sind aber nach wie vor Lungenentzündung, Malaria, Durchfall sowie durch Unterernährung bedingte Erkrankungen. All dies könnte relativ leicht behandelt werden. Am wenigsten wurde bisher im Bereich der Erkrankungen von Neugeborenen erreicht. Bei 40 Prozent aller Sterbefälle in den ersten fünf Lebensjahren handelt es sich um Neugeborene.

Impfungen, frühzeitiges Stillen und Weiterbildung für mehr Gesundheit
Viele kindliche Todesfälle lassen sich mit sehr einfachen Mitteln vermeiden. Eine gute Schwangerschaftsbetreuung gehört zum Beispiel dazu. Auch spielt es eine Rolle, ob ein Kind ohne Hebamme zur Welt kommt, oder ob die Mutter in einem Gesundheitszentrum unter fachkundiger Begleitung entbindet. Nach wie vor entbinden in Entwicklungsländern nur 57 Prozent der Schwangeren mit einer qualifizierten Fachkraft, wie beispielsweise einer Hebamme. Und weniger als die Hälfte aller Neugeborenen werden frühzeitig, also sofort nach der Geburt, gestillt. Das können wir durch entsprechende Programme, die in den Dörfern beginnen, verbessern und mit gutem Erfolg angehen.

Impfungen ermöglichen
Auch der Zugang zu Impfungen hat sich in den letzten Jahren stark verbessert und so stehen wir heute vor der Möglichkeit der Ausrottung der Polio, und auch bei der Verhinderung von Masern und anderen, durch Impfungen vermeidbare Erkrankungen sind große Fortschritte erzielt worden. Bei Malaria, Durchfall oder Lungenentzündungen ist eine schnelle und richtige Behandlung, die schon im Dorf eingeleitet werden kann, entscheidend. Auch wenn hier Fortschritte erzielt wurden so klappt eine zeitnahe und korrekte Behandlung bei Malaria allerdings nur bei jedem vierten Kind. Gegen diese Probleme gehen wir mit unseren Projektpartnern erfolgreich vor.

Trotz einfacher Bedingungen große Erfolge
Besonders gute Erfolge gibt es im Tschad und in Malawi zu verzeichnen. Dort bekommen Frauen gezielt Unterstützung, damit sie schneller und ohne großen Kostenaufwand zu einer Gesundheitsstation kommen können – sei es zur Entbindung oder mit einem kranken Kleinkind. In Kenia werden Neugeborene auf dem Land besser versorgt. Außerdem unterstützen wir unsere Partnerorganisationen bei der Aus- und Weiterbildung ihrer medizinischen und pharmazeutischen Fachkräfte. Sie sollen auch unter einfachen Bedingungen Krankheiten richtig diagnostizieren und behandeln können. Die kontinuierliche Betreuung von Mitarbeitenden ist ein Schwerpunkt unserer Arbeit.

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Difäm-Projekte für Mutter- und Kindgesundheit

Tschad: Die Bedeutung einer sicheren Geburt

Eine Theatergruppe klärt auf
Eine Theatergruppe klärt auf

Im Tschad arbeiten wir mit dem Evangelischen Krankenhaus in Koyom zusammen. Die Einrichtung versorgt mit seinen angeschlossenen neun Gesundheitszentren rund 95.000 Menschen. In dem Projekt unseres Partners zur Verbesserung der Gesundheit von Müttern und Kindern fördern wir Aufklärung, die zum einen von einer Theatergruppe übernommen wird: Sie führt die Menschen in den Dörfern vorsichtig an die Schwangerschaftsvorsorge heran.

Außerdem besuchen Animatoren die Dörfer und klären über die Bedeutung einer sicheren Geburt auf und ermutigen die Schwangeren, zur Entbindung in ein Gesundheitszentrum zu gehen. Damit die Animatoren die zum Teil sehr abgelegenen Dörfer besser und schneller erreichen können, hat das Projekt ihnen Fahrräder zur Verfügung gestellt.

Erfahren Sie mehr über eine sichere Geburt im Tschad

Familienplanung für Müttergesundheit

Als Teil des Safe-Motherhood-Projektes zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung für Frauen und Kinder im Tschad finden im Evangelischen Krankenhaus in Koyom Fortbildungen zur „Beratung in der Familienplanung“ statt. Unter den Teilnehmenden sind auch Klinikleiter und Hebammen.

Bei den Fortbildungen werden verschiedene Beratungssituationen im Rollenspiel dargestellt und anschließend ausgewertet. Familienplanung ist ein wichtiger Baustein im Bereich der Müttergesundheit. In traditionellen Gesellschaften wie im Tschad bekommen Frauen oft viele Kinder schnell hinter einander, was sehr zu Lasten ihrer Gesundheit geht. Zu dem hilft die Familienplanung bei der Prävention von ungewollten Schwangerschaften, die ansonsten zu illegalen und gefährlichen Abtreibungen führen können.

Die ACT-Kirche (Assemblée Chrétienne du Tschad), Trägerin des Koyom-Krankenhauses mit seinen acht Gesundheitszentren, hat kürzlich ethische Richtlinien zur Familienplanung formuliert. Bei der Fortbildung wurde dieses Dokument zum ersten Mal vorgestellt. Für die Hebammen, welche die Frauen dann beraten sollen, ist es wichtig zu wissen, dass ihre Kirche hinter dem Thema Familienplanung steht.

Kenia: Einfache Methoden für eine sichere Geburt

Die ersten Lebenswochen eines Säuglings sind die heikelsten. Nach Angaben der WHO sind 45 Prozent aller Kinder, die in den ersten fünf Lebensjahren sterben, weniger als vier Wochen alt. Dabei reicht es oft, dass sie viel Wärme und Nähe von ihren Müttern bekommen und diese sie voll stillen, damit sie bessere Überlebenschancen haben. Das Neugeborenen-Projekt der Africa Inland Church (AIC) in Kenia, das wir unterstützen, setzt genau da an.

In einem Schulungsprogramm werden freiwillige Frauen und Männer in den Methoden der Frühversorgung von Neugeborenen geschult. Mittlerweile gehören ausschließliches Stillen in den ersten Lebensmonaten und die Känguru-Methode im Einzugsbereich des Kijabe-Krankenhauses zum Standard in der Versorgung von Neugeborenen.

Voll gestillte Babies haben nachweislich einen besseren Immunschutz. Und bei Neugeborenen, insbesondere bei Frühchen, hat sich die Känguru-Methode, bei der das Neugeborene so oft wie möglich Haut an Haut auf den Oberkörper eines Erwachsenen gelegt wird, als ein gutes Mittel erwiesen, die Überlebenswahrscheinlichkeit zu steigern.

Nachdem der Erfolg dieses Trainings deutlich wurde, hat das Difäm ein Trainingszentrum, das Newborn Community Health Training Center, in Kijabe eingerichtet, das Gesundheitsmitarbeitende aus ganz Kenia in einer guten Neugeborenen-Versorgung schult. Im vergangenen Jahr haben 113 Interessierte an dem einwöchigen Intensivkurs teilgenommen. 101 von ihnen setzen die Programme bereits in ihren jeweiligen Einrichtungen um und werden von den Ausbildern dabei begleitet. Erfreulicherweise kommen auch immer mehr Frauen zur Geburt in ein Gesundheitszentrum.

Das allgemeine Bewusstsein für die Belange in der Neugeborenen-Versorgung ist insgesamt gestiegen. Ein besonderer Erfolg des Projektes ist, dass die staatlichen Behörden das Trainingszentrum offiziell anerkannt haben. Wir hoffen, dass innerhalb der nächsten zwei Jahre der komplette Kurs von staatlicher Seite aus finanziell unterstützt wird. Dies wäre ein gelungenes Beispiel einer Difäm-Anschubfinanzierung. Wir hätten dann letztlich eine effektive Systemverbesserung erreicht, die nachhaltig weitergeführt werden kann. Bis die volle Anerkennung vorliegt, wird das Difäm das Trainingszentrum finanziell unterstützen.

 

 

Kontakt

Gabi Hettler
Gabi Hettler Referentin Gesundheitsdienste, Leitung Team Bildung Mohlstraße 26 72074 Tübingen Tel. 07071 7049014 Fax: 07071 7049039 hettler@difaem.de

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