Trotz Lepra raus aus der Isolation

In armen Ländern ist Lepra mitnichten eine Krankheit der Vergangenheit. Jährlich gibt es weltweit etwa 250.000 Neuinfektionen. Die Lepramission Esslingen verbessert die Lebensbedingungen der Betroffenen im Tschad und ermöglicht ihnen die notwendige Aufklärung, Diagnostik und Behandlung. Seit 2011 unterstützt das Difäm diese Arbeit.



Lepradienste verbessern

Die Mehrheit der Bevölkerung im Tschad lebt auf dem Land, teilweise als Nomaden. Vor allem im Norden des Landes ist Lepra ein Problem, wo sich viele Flüchtlinge aus dem Sudan niedergelassen haben. Unter ihnen ist eine große Anzahl Leprapatienten, die dringend behandelt werden müssten und Unterstützung brauchen. 1992 bat das Gesundheitsministerium im Tschad die Internationale Lepra-Mission (TLM), Partner im Nationalen Lepraprogramm für die bergige Provinz Guéra zu werden.
Das Programm hat das Ziel, die Zahl der Leprakranken zu senken sowie die Qualität und Zugänglichkeit der Lepradienste zu verbessern. Außerdem soll die Bevölkerung bei der Identifizierung von Leprafällen verstärkt beteiligt werden, damit Menschen bereits bei ersten Anzeichen von Lepra, wie zum Beispiel Sensibilitätsstörungen, zur Untersuchung in die nächste Klinik kommen.

Aufklärungsaktionen in den Dörfern

Die Lage in der Region ist allerdings nicht stabil. Die Unruhen im Land haben seit 2006 die Arbeit immer wieder behindert oder ganz zum Stillstand gebracht. Trotzdem ist es gelungen, das Programm in Zusammenarbeit mit lokalen Behindertenorganisationen und Kirchen auf vier umliegende Präfekturen auszuweiten. In den Dörfern finden nun Aufklärungsaktionen statt, Flyer werden verteilt und Poster aufgehängt. Mit Unterstützung der Lepramission Esslingen, einem TLM-Mitglied, sowie des Difäm können neue Lepra-Patienten diagnostiziert und behandelt werden.

Aktive Selbsthilfegruppen

Das Projekt konzentriert sich aber auch auf diejenigen, die durch die Lepra bleibende Behinderungen haben. In zwei Ortschaften wurden Selbsthilfegruppen aufgebaut mit lokalen Mitarbeitenden, welche von der Lepramission unterstützt und ermutigt werden. In der Stadt Mongo wurde zudem eine Werkstatt für Dreiräder aufgebaut. Inzwischen haben alle Behinderten, die im Programm registriert sind, solch ein Gefährt zur Fortbewegung.
Außerdem hat eine Selbsthilfeorganisation eine Wasserpumpe erhalten, an der sie Wasser verkaufen kann. Das hat nicht nur einen finanziellen Aspekt. Die von Lepra Betroffenen kommen so auch wieder in Kontakt mit ihren Nachbarn und nehmen am sozialen Leben teil. Sie können zur Schule gehen oder arbeiten. Langsam verändert sich auch die Einstellung im Umfeld der Betroffenen. Das wird besonders deutlich, wenn einzelne Personen aus der Isolation wieder zurück in die Gemeinschaft gebracht werden.

 

»Je länger ich hier lebe, umso
mehr beginne ich die Not der Armen
zu verstehen, ihre Mühen um das

tägliche Brot, eine Decke, ein Dach über
dem Kopf, Schulbildung für ihre Kinder…«

Geeske Zijjp, TLM-Landeskoordinatorin

 

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