Solidarität für den Krankheitsfall

In Goré Nord, einer Region inmitten der dürren Halbwüste und roter, staubiger Straßen, unterstützt das Difäm den Aufbau einer Krankenversicherung, die von den Mitgliedern der Gemeinde getragen wird. Auch wenn das Projekt noch in den Kinderschuhen steckt: Das Team am Krankenhaus von Koyom ist hoch motiviert und überzeugt, dass das Projekt eine Zukunft hat.

Eine Initiative zeigt Wirkung

Das Projekt zum Aufbau einer Krankenversicherung („Mutuelle“) in Goré Nord entstand auf Initiative von Dr. Djékadoum Ndilta, dem Chefarzt des evangelischen Krankenhauses in Koyom im südlichen Tschad. Bei einer Machbarkeitsstudie wurden 397 Familienoberhäupter zum Beitritt befragt. Viele gaben an, dass sie zur Deckung von Behandlungskosten Getreide oder Vieh verkaufen müssten, aber sie zeigten Interesse, weil sie im Notfall noch viel mehr investieren müssten. Die Studie zeigte auch, dass Solidarität innerhalb der Dorfgemeinschaft nur für Ausgaben im Todesfall besteht. Bei Krankheit ist allein die Familie zuständig. Fast alle Befragten sagten aber, dass sie sich gut vorstellen können, einer Krankenversicherung beizutreten.

Ohne Geldsorgen zur Entbindung

Mittlerweile hat die 'Mutuelle', wie die Krankenversicherung im französischsprachigen Tschad heißt, über 500 Mitglieder. Und die Anzahl der ambulanten Patienten sowie der begleiteten Entbindungen im Gesundheitszentrum sind bereits gestiegen. Multiplikatoren informieren in den Dörfern über die Vorteile der Versicherung und werben für eine Mitgliedschaft. Das Prinzip der eingegangenen Solidarität muss verständlich gemacht werden: Jeder und jede bezahlt den Jahresbeitrag, ob er oder sie nun krank wird oder nicht. Man hilft mit dem Geld denjenigen, die es in dem Jahr brauchen. Die Mutuelle übernimmt pro Jahr die Kosten für vier Besuche im Gesundheitszentrum, einschließlich Entbindung und stationärer Behandlung. "Das ist ein großer Fortschritt und bedeutet, dass Frauen ohne Geldsorgen zur Entbindung kommen und Kinder bei einer Malaria oder Lungenentzündung in die Klinik gebracht werden können, ohne dass die Frage der Behandlungskosten im Vordergrund steht", sagt Initiator Dr. Ndilta.

Krankenversicherung in Kinderschuhen

Die Mutuelle in Goré Nord steckt noch in den Kinderschuhen. Um auf eigenen Beinen zu stehen, braucht sie mehr zahlende Mitglieder. Das Difäm hat die Einrichtung des Büros finanziert und übernimmt die Aufwandsentschädigung für die Multiplikatoren, so dass die Beiträge zur Krankenversicherung ganz für die Behandlung und einen kleinen Rücklagenfonds zur Verfügung stehen. "Das Ganze bedeutet ein großes Umdenken für alle Beteiligten, denn jeder trägt dazu bei, dass einigen geholfen werden kann", erklärt Dr. Ndilta. "Das christliche Prinzip des Teilens umgesetzt in eine konkrete Situation – auf dem Weg zu einer nachhaltigen Finanzierung der Gesundheitsversorgung."

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