Für psychische Gesundheit in Malawi

Obwohl neurologische und psychische Erkrankungen weit verbreitet sind, gibt es auch in Malawi nur eingeschränkte Behandlungsmöglichkeiten. Das Difäm unterstützt daher Schulungen für medizinisches Personal im Bereich psychische Gesundheit für die Versorgung von Patienten und Aufklärung in den Dörfern.

Joyce, eine junge Studentin, kommt mit heftigen Bauchschmerzen ins Nkhoma Krankenhaus in Malawi. Weil die Untersuchungen nichts ergeben, wird sie wieder nach Hause geschickt. Aber sie kommt wieder und klagt über diverse Beschwerden – ohne dass ihr geholfen werden kann. Bei ihrem vierten Besuch in der Klinik wird sie vom Krankenpfleger Lombani Mhango untersucht. Er hat an einer Zusatzausbildung zu psychischen Krankheiten teilgenommen und fragt Joyce, ob sie etwas besonders belaste. Da platzt es aus ihr heraus: An der Universität in Lilongwe hatte sich das Gerücht verbreitet, sie sei HIV-positiv. Seither wurde sie ausgegrenzt und gemobbt, obwohl sie das Gerücht durch einen negativen HIV-Test widerlegen konnte.

Diese Situation hatte sie extrem belastet. Und dabei hatte sie ihr Studium mit großer Begeisterung begonnen, weil es für Mädchen in Malawi etwas ganz Besonderes ist, wenn die Eltern ein Studium finanzieren. Ihre Eltern, denen sie sich anvertraut hatte, hatten ihr nur geraten, sich nicht unterkriegen zu lassen. Ihre Besuche in der Klinik waren Hilferufe und dort war man in der Lage, diese richtig zu deuten. In Gesprächen mit Lombani konnte Joyce nach einiger Zeit wieder klarer sehen und sich von der belastenden Situation distanzieren. Joyces körperliche Beschwerden besserten sich und sie ging zurück an die Uni. Heute geht es ihr gut und sie freut sich, bald ihren Abschluss zu machen.

Vielfältige Ursachen
Die Ursachen für psychische Erkrankungen in ressourcenschwachen Ländern sind vielfältig. Belastungen durch Kriege und Konflikte, Flucht,  Naturkatastrophen, Gewalt gegen Frauen oder gesellschaftliche Ausgrenzung sind Risikofaktoren. Auch körperliche Erkrankungen wie eine HIV-Infektion können die psychische Gesundheit beeinträchtigen. Als Ursachen werden oft Dämonen oder eine Strafe Gottes genannt. Entsprechend werden psychisch Kranke häufig stigmatisiert und diskriminiert oder sogar von ihren Familien versteckt. Doch gerade in afrikanischen Ländern gibt es riesige Versorgungslücken.

Aus dem Tabu herausholen
Obwohl neurologische und psychische Erkrankungen wie Epilepsie, Depressionen und Angststörungen weit verbreitet sind, gibt es auch in Malawi nur eingeschränkte Behandlungsmöglichkeiten. Dabei ist die Sensibilisierung der Bevölkerung dringend notwendig. Daher wird das Thema mentale Gesundheit nun in das bestehende Gesundheitsprogramm des Partner-Krankenhauses des Difäm im Lilongwe Distrikt integriert.

Das Difäm unterstützt Schulungen von medizinischem Personal im Bereich psychische Krankheit und Gesundheit. Die geschulten Fachkräfte bilden Expertenteams, die sowohl in der Klinik tätig sind als auch in die Dörfer gehen. Dort klären sie die Bevölkerung auf und sensibilisieren Dorfälteste. Regelmäßig besuchen sie psychisch kranke Menschen zuhause und bringen ihnen Medikamente oder kümmern sich im Notfall um eine klinische Unterbringung. Sie begleiten Selbsthilfegruppen für drogen- oder alkoholabhängige Menschen. Und sie sorgen dafür, dass an Epilepsie leidende Menschen die für sie so wichtigen Medikamente bekommen, ohne dafür stundenlange Fußmärsche zur nächsten Klinik auf sich nehmen zu müssen.

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