Operationen für Frauen mit Fisteln

Unzulängliche Geburtenbetreuung, Schwangerschaften bei sehr jungen Frauen oder Vergewaltigungen sind für die Bildung von Vaginalfistel verantwortlich. Das Difäm fördert ein Programm zur Behandlung der Frauen gemeinsam mit lokalen Einrichtungen und einer niederländischen Spezialistin für Fistel-Operationen.

Das Leben einer kongolesischen Frau kennt viele Herausforderungen. Die meisten Frauen heiraten sehr früh, bekommen 5 bis 7 Kinder und leben von einem Minimaleinkommen aus der Feldarbeit. Ihre Lebenserwartung beträgt im Durchschnitt nur 45 Jahre. Das liegt auch an der hohen Müttersterblichkeitsrate: 1000 mal mehr Frauen als in Deutschland sterben in der Demokratischen Republik Kongo während oder in Folge von Schwangerschaft und Geburt. Viele müssen mit Vaginalfisteln leben – ein Problem, das wir in Europa dank moderner Geburtshilfe kaum kennen.

Mit ihren Leiden alleingelassen
Unzulängliche Geburtenbegleitung, unqualifizierte Entbindungen und Schwangerschaften bei sehr jungen Frauen sind zu 90 Prozent für Fistelbildungen verantwortlich. Bei den schlecht betreuten Geburten kommt es oft zu Verletzungen der Blasenwand und dauerhaften Öffnungen zwischen Blase, Scheide und Darm. Mit dieser qualvollen Erkrankung bleiben Frauen auf sich allein gestellt. Lokale Heiler können nicht helfen. Sieben von zehn Erkrankten werden von ihren Männern verlassen. Behandelt wie Aussätzige, bleibt ihnen nur das Überleben in Isolation und Armut. Bis eine engagierte Ärztin ihr Leben veränderte:

Eine Chance für Betroffene
Das Difäm fördert ein Programm zur Behandlung der Frauen. Triebfeder der Initiative ist Dr. Christine Dewind aus den Niederlanden. Die 79-jährige Ärztin ist Spezialistin für Fistel-Operationen. Seit 2011 reist sie zweimal jährlich in den Kongo, um so viele Patientinnen wie möglich von ihren Leiden zu befreien. Jedes Jahr werden so 80 bis 100 Betroffene geheilt. Die Erfolgsrate der OPs liegt bei 90 Prozent. Das Difäm fördert neben den Kosten für die Operationen den Transport und die Nachsorge der Patientinnen, den Einsatz von Dr. Christine, Fortbildungen für Hebammen sowie Aufklärungskampagnen.

»Fisteln wurden in den meisten einkommensstarken Ländern rund um die Welt so gut wie beseitigt. [...] Es schmerzt mich zutiefst, dass diese vermeidbare und behandelbare Krankheit in unserer Welt noch existiert und vor allem die ärmsten Frauen und Mädchen trifft und für sie noch größeres Leid und Isolation zur Folge hat.«

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon in einer Rede zum Welt-Fisteltag

Helfen Sie mit Ihrer Spende

Medizinischer Bedarf ist teuer im Kongo. Für eine gute Abheilung brauchen die Frauen nach einer Fistel-Operation aber über Wochen hinweg tägliche Verbandswechsel – Finanzieren Sie Material für gesamt rund 100 Euro.

Jede Patientin bekommt nach der OP ein Nachsorgepaket. Dazu gehören Hygiene- und Verbandsmaterial, aber auch Palmöl und 20 Kilo Maniokmehl. Mit den Nahrungsmitteln kann die Frau auf den Markt gehen und bekommt wieder Zugang zur Dorfgemeinschaft. Der Wert für die Resozialisierung ist unschätzbar – ein Care-Paket kostet 80 Euro.

Die Gesundheitsmitarbeitenden tragen Sorge, dass jede Frau, die in die Klinik kommen möchte, die Möglichkeit dazu bekommt. Das bedeutet Krankentransporte per Allrad-Jeep über Urwaldstraßen – und kostet Automiete und Benzin: Unterstützen Sie die Nothilfe 30 Euro je Fall.

Downloads / Links

Spenden Sie für das Projekt "Operationen für Frauen mit Fisteln:"

Jetzt online spenden

Mit einer Spende von

10 €

ermöglichen Sie in Malawi einen Krankentransport aus einem Dorf ins Krankenhaus.

 € 

Zwei Wege - eine Welt

Neuer Difäm-Film
Neuer Difäm-Film