Nayi Roshni: Licht für psychisch Kranke in Indien

„Roshni“ oder „neues Licht“ heißt das vom Difäm unterstützte Projekt am Duncan-Krankenhaus im nordindischen Raxaul. Menschen in schwierigen Lebenssituationen sollen durch seelsorgerische Begleitung wieder Hoffnung auf eine würdevollere Zukunft bekommen.

Trotz des enormen Wirtschaftswachstums in Indien gilt etwa ein Drittel der Bevölkerung als sehr arm. Längst nicht alle haben eine gute Gesundheitsversorgung. Das Difäm und seine Partner verbessern die Gesundheitsversorgung für Benachteiligte in den Staaten Bihar und Westbengalen - vor allem für Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Nayi Roshni: Licht für psychisch Kranke

Am Duncan Krankenhaus in Raxaul in Bihar wurden in den Jahren vor 2015 immer mehr Patienten nach einem Suizidversuch behandelt. Ursächlich sind, so zeigte eine Studie, Depressionen infolge von Armut und Konflikten in der Familie, oft im Zusammenhang mit Alkoholmissbrauch, Zwangsheiraten von jungen Mädchen, und häuslicher Gewalt.

Dr. Vandana Kanth, Leiterin des Abteilung für Gemeindegesundheit des Krankenhauses, entwickelte deshalb gemeinsam mit dem Difäm das Projekt „Nayi Roshni“ – „Neues Licht“. Es hat zwei Schwerpunkte: die Prävention psychischer Erkrankungen und eine wohnortnahe Behandlungsmöglichkeit. Das Besondere im Projekt sind Freiwilligengruppen in 65 Dörfern, so genannte „Task Forces“, bestehend aus jeweils vier Frauen und vier Männern, die von ihren Dörfern ausgewählt werden. Nach einer Schulung wissen sie um die Risiken für psychische Erkrankungen und kennen die Symptome. Sie klären über psychische Krankheiten auf und wenn sie von familiären Konflikten hören, besuchen sie die Familien und versuchen zu vermitteln. Suizidgefährdete Menschen verweisen sie ans Krankenhaus oder bringen sie selbst dorthin.

Schon dass Männer und Frauen bei den Task Force-Treffen auf derselben Matte sitzen, sei in der indischen Gesellschaft nicht selbstverständlich, erklärt Vandana Kanth. Zudem setzten die Mitglieder selbst Zeichen für Veränderungen: „Weil das Zahlen des Brautpreises viele Eltern von Mädchen in große Not bringt, diskutieren die Gruppen dieses Thema in ihren Dörfern. Und eine Frau aus der Gruppe hat bei der Heirat ihrer beiden Söhne auf die Mitgift von Seiten der Brauteltern verzichtet. Das ist ein starkes Zeichen im Dorf.“

Durch die Aktivitäten der Freiwilligen und durch Sensibilisierung über Plakate in den Dörfern stieg der Behandlungsbedarf für psychisch Kranke an. Deshalb stellte das Duncan Krankenhaus einen Psychiater – den ersten in der ganzen Region – ein, sodass die Kranken jetzt wohnortnah behandelt werden können.

Eine Evaluation stellte viele Stärken des Projekts dar, allen voran die Sensibilisierung durch die Freiwilligen und die wohnortnahe Therapie. Schon deshalb wird die Weiterführung empfohlen.

Neue Projektphase gestartet

Für die neue Projektphase setzen sich Vandana Kanth und ihr Team auch neue Ziele. So planen sie beispielsweise, die staatlichen Dorfgesundheitshelferinnen und -helfer der Region einzubeziehen und zu psychischer Gesundheit zu schulen, damit auch sie Aufklärung leisten. In Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen sollen Probleme wie Verschuldung durch überhöhte Zinsen für Kredite, Wucherpreise für Landpacht und die weitverbreitete Korruption thematisiert werden. Mädchen ab 11 Jahren werden eingeladen, in einer Gruppe über Probleme wie häusliche Gewalt und Zwangsheirat zu reden. Eine Mitarbeiterin des Projekts wird sie begleiten und Ansprechpartnerin für Notsituationen sein.  Des Weiteren sind Kurse für Ehepaare und Angebote zur Suchtprävention vorgesehen.

Das Difäm wird auch die nächste Phase von Nayi Roshni begleiten und unterstützen, damit dieses Projekt weiterhin Licht in triste Lebenssituationen bringen kann.

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