Medikamente für Flüchtlinge im Tschad

In Afrika spielt sich eine der schwersten Flüchtlingskrisen ab. Dürre, Armut und Terrormilizen zwingen Millionen Menschen zur Flucht. Das Difäm begegnet dieser Not und unterstützt Nothilfemaßnahmen über ein Netzwerk lokaler Partner. Zur Versorgung von Geflüchteten ermöglicht die Organisation für weltweite christliche Gesundheitsarbeit die Versorgung mit Notfallmedikamenten.

Millionen Menschen sind auf der Flucht vor der Terrormiliz Boko Haram. Mehr als zwei Millionen Geflüchtete aus Kamerun, Nigeria, Niger und dem Tschad selbst leben zurzeit in der Region des Tschadsees im Westtschad. Doch die Menschen in der Region leiden selbst bereits unter extremer Armut, einer unsicheren Ernährungssituation und wiederholten Krankheitsausbrüchen. Die zunehmende Gewalt und die anhaltende Dürre verschärfen die bestehende Krise. Es fehlt an Nahrung, Trinkwasser und medizinischer Versorgung. Vor allem Unterernährung und Durchfallerkrankungen, aber auch Malaria und Atemwegsinfekte nehmen gerade bei Kinder zu. Das Difäm stärkt deshalb Gesundheitseinrichtungen vor Ort. Die wenigen noch funktionierenden Gesundheitseinrichtungen benötigen dringend Medikamente, um die Menschen medizinisch versorgen zu können. Dabei ist der Zugang zum Tschadsee aus Sicherheitsgründen nur eingeschränkt möglich. Internationale Hilfe kommt kaum an.

Essentielle Medikamente für Gesundheitszentren

Dank eines langjährigen kirchlichen Partners im Tschad konnte das Difäm nun Nothilfe leisten und bereits fünf Gesundheitszentren in den Distrikten Bagasola, Bol und Liwa mit essentiellen Medikamenten, wie Schmerzmittel, Antibiotika, Mittel gegen Malaria und Durchfall, sowie Verbrauchsmaterialien versorgen. Die Medikamente wurden in der Großhandelsapotheke in N‘Djamena eingekauft. Für die Koordination vor Ort arbeitet das Difäm eng mit dem Evangelischen Netzwerk für Gesundheit im Tschad zusammen. Über seine Partner erreicht das Difäm die Menschen in der Region, die dringend Medikamente und medizinische Versorgung benötigen.

Medikamente mit der Piroge auf eine Insel

Den Medikamententransport in die fünf Gesundheitszentren im Flüchtlingsgebiet am Tschadsee übernahmen Dr. Gabriel Moussanang und Valentin Dingamwal vom evangelischen Gesundheitsnetzwerk: "Diese Hilfe ist weit davon entfernt, alle Bedürfnisse abzudecken, aber sie hat ein Ziel: Solidarität und Mitgefühl mit den Leidenden." Auf die Insel Fitine bringen sie die Medikamente mit einer motorisierten Piroge. Auf der Insel gibt es kein Trinkwasser. Das Wasser muss aufbereitet werden, aber es gibt kaum Möglichkeit dafür. Dadurch häufen sich Krankheiten. Es gibt kein Brot, keine Medikamente, keine Kleidung, keinen Handel, keine Krankentransporte für Notfälle und keine Hebammen. Der lokale Krankenpfleger arbeitet allein. Im Gesundheitszentrum von Fitine spüren sie die Verzweiflung der Bevölkerung. Äußerlich ist das Gebäude intakt, im Innern jedoch ist fast alles zerstört. Die Türen und Fenster sind kaputt, die Beleuchtung zerstört und der Kühlschrank sowie die Stühle sind verbrannt. Durch die Gesundheitsbeauftragten des Seengebietes wurden ein Untersuchungstisch, ein Entbindungsstuhl, ein kleiner Tisch und ein paar Stühle gebracht. Durch die Medikamentenlieferung konnte zumindest die Apotheke wieder aufgefüllt und eine gewisse Grundversorgung gewährleistet werden.

Jede Hilfe zählt

Nun sollen auch Gesundheitszentren einer Kirche im Norden Nigerias und im vom Bürgerkrieg gebeutelten Südsudan über Partner vor Ort mit Medikamenten versorgt werden. Damit kann, wenn auch im Kleinen, dazu beigetragen werden, dass die Basisversorgung der Menschen in den Ländern aufrecht erhalten werden kann. Insgesamt wurden 85.000 Euro bereit gestellt.

Downloads / Links

Spenden Sie für das Projekt "Medikamente für Flüchtlinge im Tschad:"

Jetzt online spenden

Mit einer Spende von

10 €

ermöglichen Sie in Malawi einen Krankentransport aus einem Dorf ins Krankenhaus.

 € 

Zwei Wege - eine Welt

Neuer Difäm-Film
Neuer Difäm-Film