HIV-Projekt in Südafrika - Lebendige Zeichen der Hoffnung

In Südafrika sind fast 20 Prozent der Bevölkerung mit HIV infiziert. Rund zwei Millionen Kinder sind Waisen oder Halbwaisen, weil ihre Eltern an den Folgen des Virus gestorben sind. Doch auch immer mehr Kinder sind von HIV und Aids direkt betroffen, weil ihre Mütter den Virus übertragen haben. In Kwa Zulu Natal, einer abgelegenen Region im Osten des Landes, haben Schwestern der Christusbruderschaft Selbitz vor sechs Jahren ein häusliches Versorgungsprogramm aufgebaut. Wir unterstützen dieses Programm und finanzieren eine Grundausbildung für Frauen in HIV und Aids.

Mangelnde Aufklärung in Südafrika

HIV und Aids gehören zu den größten Gesundheitsproblemen Südafrikas. Auch die Zulus, die größte ethnische Gruppe in Südafrika, sind davon betroffen. Ein Drittel dieser Bevölkerungsgruppe ist unter 15 Jahre alt. Dass die Infektionsrate so hoch ist, liegt vor allem an der frühen sexuellen Aktivität der Jugendlichen und an der mangelnden Aufklärung und Prävention. Auch spielt sexuelle Gewalt eine große Rolle. Wer an Aids erkrankt ist, lebt oft isoliert und vernachlässigt. Viele Gerüchte und Halbwahrheiten über HIV-Infizierte und Aids-Kranke sind im Umlauf. 

Ausbildung in häußlicher Pflege

Im sogenannten „Homebased Care Programme“ bieten die Schwestern vor allem Frauen eine Grundausbildung in HIV und Aids an. Das Difäm finanziert und begleitet diese vierwöchige Ausbildung. Sie findet in einem neuen Begegnungszentrum statt, in dem die Menschen sich auch beraten lassen können. In der Ausbildung geht es vor allem um die Grundlagen von Vorsorge, Vorbeugung und die Pflege von Erkrankten zu Hause. Die Frauen gehen danach als informelle Gesundheitspflegerinnen, sogenannte Care Giver, in die Dörfer und entlegene Siedlungen und besuchen die betroffenen Familien. Sie pflegen Aidskranke und unterstützen deren Familien. Pflegepakete mit Hygieneartikel und ein monatliches Essenspaket sind wichtige Beiträge in der Versorgung. Doch auch das persönliche Gespräch, die Zuwendung und das Gebet spielen bei den Besuchen eine tragende Rolle.  Sie begleiten die Aidskranken und ihre Angehörigen umfassend in dieser schwierigen Situation und ermöglichen so ein Sterben zu Hause. Dafür erhalten sie eine geringe finanzielle Zuwendung.

Wissen durch eigene Erfahrung

Viele der Frauen sind selbst mit HIV infiziert. Sie hatten den Mut einen Test durchführen zulassen und kennen ihre Krankheit. Sie wissen sehr gut, was sie tun müssen, damit sie niemanden anstecken. Sie gehen offen damit um, dass sie selbst erkrankt sind. Wer über HIV und Aids spricht, braucht Mut und Fingerspitzengefühl. Anfangs reagieren viele Familien und Angehörige mit Ablehnung und Abwehr. In Gesprächen gelingt es den Frauen aber meist, ihnen nach und nach die Ängste zu nehmen. Mittlerweile haben die meisten Frauen in ihren Dörfern eine Vertrauensstellung und werden gerufen, wenn jemand krank ist.

Hilfe bei Behördengängen

Die Gesundheitspflegerinnen helfen auch dabei, notwendige Dokumente wie Geburtsurkunden zu besorgen, eine notwendige Voraussetzung um Zugang zu Medikamenten und staatlicher Versorgung zu bekommen. Wer diese Dokumente nicht hat, hat auch keinen Zugang zur sonst frei verfügbarren Gesundheitsversorgung in staatlichen Einrichtungen. Auch Waisen und Halbwaisen, die eigentlich ein Anrecht auf staatliche Unterstützung und Zugang zur Bildung haben, bekommen nichts, wenn sie keine Geburtsurkunde vorlegen können. Für die Angehörigen, die oft weder in ihrer Sprache noch in Englisch lesen und schreiben können, sind das Erstellen von Passfotos und Behördengänge eine große Hürde. Umso wichtiger ist es, dass die Gesundheitshelferinnen sie dabei unterstützen.

Selbsthilfegruppen helfen

Inzwischen arbeiten 25 Frauen in etwa 75 Dörfern. Zu Fuß gehen sie über die Hügel in die Dörfer, in denen häufig nur noch alte Menschen, Kinder und erkrankte Jugendliche leben. Wer arbeiten kann, ist in die Stadt gezogen. In den Dörfern ist oft keiner mehr in der Lage, einen Garten, geschweige denn einen Acker zu bestellen, um Obst oder Gemüse anzubauen. Die Gesundheitspflegerinnen sind für viele daher ein lebendiges Zeichen der Hoffnung. Durch sie haben sich inzwischen Selbsthilfegruppen gegründet, in denen sich Betroffene einander helfen, den Alltag zu meistern.        

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