Gesundheitshelfer für eine sichere Geburt

In manchen Regionen Kenias haben Schwangere nicht die Möglichkeit, zur Vorsorge oder Entbindung in eine Gesundheits-station oder in ein Krankenhaus zu gehen. Die Hausgeburt, durchgeführt von traditionellen Geburtshelferinnen, birgt manche Gefahren. Daher wurde in der abgelegenen Region um Kijabe in den vergangenen Jahren ein gemeindebasiertes Programm aufgebaut, das den Weg zu einer sicheren Entbindung fördert und auch die Sterblichkeit von Neugeborenen verringert.

Ausbildung von Dorfgesundheitshelferinnen

Das Kijabe Medical Centre, ein Krankenhaus der African Inland Church, liegt 70 km nördlich der Hauptstadt Nairobi und ist ein gut ausgestattetes medizinisches Zentrum. Aber in der ländlichen Umgebung Kijabes entbinden etwa 80 Prozent der Frauen zu Hause und nur sehr wenige werden von einer ausgebildeten Geburtshelferin unterstützt. Jede fünfte Frau ist bei der Geburt ganz auf sich allein gestellt. Geburtskomplikationen wie Sauerstoffmangel und Verletzungen sind häufig. Dazu kommt, dass viele Mütter gefährliche Krankheitsanzeichen der Neugeborenen wie Fieber oder Appetitlosigkeit schwer erkennen oder aus kulturellen Gründen oft nicht den Mut haben, schnelle Hilfe zu holen. Seit 2008 unterstützen wir das Kijabe Newborn Community Health Project, um sowohl die Versorgung der Neugeborenen zuhause als auch der Zugang zu effektiver Versorgung in den Kliniken zu verbessern.

Krankheitszeichen erkennen

In den Dörfern werden Ehrenamtliche gesucht, die lernen, welche Gefahrenzeichen sie während der Schwangerschaft und bei Neugeborenen beachten müssen und auch, welche kulturellen Traditionen die Gesundheit von Mutter und Kind gefährden. Anschließend geben sie ihr Wissen an viele Frauen und Männer in ihrer Umgebung weiter. Gemeinsam mit den Frauen erstellen die freiwilligen Gesundheitshelferinnen einen Geburtsplan, damit jede Frau weiß, was sie bei Einsetzen der Wehen bereit halten sollte, wie beispielsweise die Telefonnummer einer Person mit Auto, Geld für das Benzin und eine Tasche mit Einlagen, Handtuch, Handschuhen, einer sterilen Rasierklinge und einer Klemme. Die Helfer achten auch auf rechtzeitige Impfungen der Babys. Die Projektverantwortlichen erarbeiten hierfür angepasste Trainingsmaterialien.

Ansprechen schwieriger Themen

Über 50 ausgebildete ehrenamtliche Helferinnen und Helfer haben bereits ihr Wissen an über 3000 Frauen und Männer weitergegeben. Die Männer einzubeziehen ist sehr wichtig, denn sie treffen die meisten Entscheidungen in den Familien. Auch schwierige Themen müssen angesprochen werden, wie die weit verbreitete Vorstellung, dass eine Geburt eigentlich zu Hause stattfinden und die Frau sie auch alleine bewältigen sollte. Die Mütter werden auch ermutigt  sechs Monate exklusiv zu stillen und erst danach andere Nahrungsmittel einzusetzen. Leider gibt es immer noch Missverständnisse darüber, dass die frühe Muttermilch wertvoll ist und vor allem ältere Frauen meinen, ein Kind werde von Muttermilch alleine nicht satt.

Ein anderes Problem, das angesprochen wird, ist, dass viele Mädchen die Schule abbrechen und sehr jung heiraten. Manche bekommen schon mit 14 Jahren ihr erstes Kind. Dies führt oft zu Geburtskomplikationen und auch die mangelnde Schulbildung beeinträchtigt die jungen Frauen nachhaltig. Sie sind als sehr junge Mütter auf das Wissen der älteren angewiesen und haben es schwer, hier auch neue Wege zu gehen. Die Aufklärung in den Dörfern trägt dazu bei, dass Mädchen später heiraten und alle Frauen den Wert einer geplanten Schwangerschaft und Geburt erkennen.

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