Neue Wege für integrativen Unterricht im Ostkongo

In Aru im Nordosten der DR Kongo gehen normalerweise Kinder mit und ohne Seh- und Hörbehinderungen gemeinsam zur Schule. Einige von ihnen leben auch dort im Internat. In Zeiten von Corona ist das nicht möglich. Die Lehrer der integrativen Schule haben die Initiative ergriffen und kreative Wege gefunden, um den Unterricht für die Kinder und Jugendlichen trotz der Kontakteinschränkungen verantwortungsvoll weiterzuführen.

Die Berufsausbildung für Menschen mit Behinderungen konnte so angepasst werden, dass Präventionsstandards eingehalten werden. Die Berufsschüler wurden in Klassen mit jeweils 10 Teilnehmern aufgeteilt und kommen dreimal pro Woche zum Unterricht. So kann sichergestellt werden, dass nicht zu viele Personen in der Schule aufeinandertreffen und Abstände eingehalten werden können. Die Schüler und ihre Familien seien mit dieser Maßnahme sehr zufrieden, berichten die Mitarbeiter des Schulprojekts.

Aber auch an die jüngeren Schülerinnen und Schüler ist gedacht: Sie wohnen nun statt im Internat wieder in ihren Familien. Die Schulverwaltung und die Eltern haben ein ausgeklügeltes Heimhilfesystem entwickelt, das vom Difäm unterstützt wird. „Jeder Lehrer hat eine Landkarte erstellt und die Wohnorte seine Schüler darauf eingezeichnet. Jeden Montag besuchen die Lehrer die Schüler und bringen ihnen Lernmaterialien und Übungen nach Hause. Gleichzeitig sammeln sie die Übungen von der vorherigen Woche ein, um sie zu kontrollieren. Das funktioniert gut!“, berichtet uns die Schulleitung.

Und nicht nur die Schüler profitieren von diesem durchdachten Heimhilfesystem:

  1. Die Schüler werden zu Hause beschäftigt gehalten und suchen nicht vor Langeweile Abwechslung in der Öffentlichkeit. So wird vermieden, dass sie sich mit dem Corona-Virus draußen infizieren. Das schützt auch ihre Familien.
  2. Die Lehrer können ihrer Arbeit weiter nachgehen und ganz regulär ihren Lebensunterhalt verdienen, der für sie und ihre Familien in Zeiten der Corona-Krise ebenfalls wichtig ist.
  3. Die Anpassungen der Bildungspläne von CERBC für Kinder mit Seh- und Hörbeeinträchtigungen lassen sich auch auf Schüler mit anderen Behinderungen übertragen. Außerdem können die entwickelten Konzepte auf Schüler ausgeweitet werden, die auch normalerweise nicht im Internat, sondern bei ihren Familien leben.
  4. Wenn im Internat keine Kinder mehr wohnen, müssen dort auch keine Mahlzeiten mehr zubereitet werden. Die Schule kann das übrige Geld deshalb in mehr Lernmaterialien und Lehrbücher investieren, Stifte und Papier für die Schüler kaufen, Übungen auszudrucken und ggf. Fahrtkosten der Lehrer zu den Schülern abzudecken.

Wir freuen uns über die Initiative und die guten Ideen unserer Partner!

Downloads / Links

Jetzt online spenden

Mit einer Spende von

10 €

ermöglichen Sie in Malawi einen Krankentransport aus einem Dorf ins Krankenhaus.

 € 

Zwei Wege - eine Welt

Neuer Difäm-Film
Neuer Difäm-Film