Aufklärung und Versorgung am Duncan Hospital

Menschen, die mit HIV und Aids leben, werden oft ausgegrenzt und diskriminiert. Deshalb brauchen sie umfassende Hilfe, um positiv mit ihrer Infektion leben zu können. Unsere Partner im Duncan Hospital bauen ein städtisches Krankenhaus auf und versuchen über ein gemeindebasiertes Vorsorgeprogramm auch die Menschen in abgelegenen Regionen zu erreichen.

Durch die Stadt Raxaul im Bundesstaat Bihar führt die einzige Verbindungsstraße zwischen Kalkutta und Katmandu in Nepal. 3000 Lastwagen passieren sie täglich und machen Zwischenstopp in der Stadt. Bihar ist der zweitärmste Staat des Landes und hatte bis 2007 eine niedrige HIV-Rate. Mittlerweile breitet sich das Virus aber aus, begünstigt durch die hohe Mobilität zwischen den Nachbarländern und dem steigenden Drogenkonsum in der Region.

 

Positiv leben mit HIV
Die Themen HIV und Aids sind sowohl in die Prävention als auch in die Versorgung im Rahmen des Dorfgesundheitsprogrammes integriert. Die Ärztin Dr. Vandana und ihr Team stellen sicher, dass Menschen gerade aus benachteiligten Gruppen Zugang zu freiwilligen HIV-Tests, entsprechender Pflege und antiretroviraler Behandlung bekommen, aber auch für Beratung und Seelsorge setzt sich das Team ein.

Hoffnung für Infizierte und ihre Familien
Als Rai das erste Mal zur HIV-Beratung ins Duncan Hospital kam, hatte er wenig Hoffnung: Sein HIV-Test war positiv. Er machte sich große Sorgen. Als einziger Geldverdiener war er für seine Eltern, seine Frau, seinen Sohn und für die Familie seiner Schwägerin verantwortlich. Viele Fragen gingen ihm durch den Kopf: Was würde passieren, wenn seine Eltern von der Krankheit erführen? Sie würden ihn vielleicht umbringen. Was, wenn seine Frau es mitbekäme? Sie könnte ihn verlassen. In der Beratung erfuhr Rai, dass er zwar mit HIV infiziert, aber noch nicht an Aids erkrankt war. Er hatte noch viele Jahre vor sich, wenn er verantwortungsvoll mit sich und seiner Familie umgehen würde. Das gab ihm Hoffnung. Sein Zustand verbesserte sich und schließlich konnte er mit seiner Familie über seine Infektion reden. Gemeinsam kamen sie ins Duncan-Hospital zur Beratung. Der HIV-Test im Krankenhaus zeigte, dass keiner außer Rai den Virus hatte. 
 
Im Einzugsgebiet des Duncan-Hospital in Raxaul leben rund 11 Millionen Menschen. Das Difäm arbeitet eng mit dem Krankenhaus zusammen, um den Schutz gegen HIV und die Versorgung der Aids-Kranken in die bestehende klinische Arbeit fest zu integrieren. Inzwischen bietet das Krankenhaus kostenfreie HIV-Tests für die Bevölkerung an. HIV-positive Patienten erhalten antiretrovirale Medikamente. In der Ambulanz und auf den Stationen werden Infektionen, die für das Krankheitsbild von Aids typisch sind, behandelt und Männer und Frauen werden in Gruppen sowie einzeln über HIV aufgeklärt. Dabei soll nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch zum Nachdenken angeregt werden. Nicht nur in der Gesellschaft begegnen die Betroffenen einer Stigmatisierung. Auch im Krankenhaus unter den Patienten selbst ist es wichtig, ein positives Denken zu vermitteln.

Auch Rai und seine Familie lernten, sich vor einer Infektion zu schützen und können nun auch anderen Menschen die Angst vor Aids nehmen und auch ihnen das nötige Wissen vermitteln. 

 

Häusliche Pflege durch Dorfgesundheitshelferinnen
Auch in den Dörfern der Region um Raxaul werden Aufklärungsaktionen besonders für und mit Jugendlichen angeboten und Kondome verteilt. Außerdem führen freiwillige, speziell geschulte Dorfgesundheitshelferinnen ein Programm zur häuslichen Pflege Aidskranker durch. Das Difäm fördert regelmäßige Schulungen für die Mitarbeitenden und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, unter anderem auch in der Beratung der Betroffenen in Hygienefragen. Die Mitarbeitenden, darunter auch HIV-positive, begegnen dem Stigma in der Gesellschaft und zeigen den Menschen, die mit HIV oder Aids leben, neue Sichtweisen auf. Das Ziel dabei ist, dass die Menschen lernen, die Krankheit zu akzeptieren und mit ihr zu leben. Nach und nach haben sich Selbsthilfegruppen entwickelt, in denen offen über das Thema gesprochen und diskutiert wird.

 

Hilfe zu einem normalen Leben
Viele von HIV und Aids betroffene Menschen sind auf Grund der Stigmatisierung vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen und können ihre Behandlung nicht bezahlen. Um ihnen ein möglichst normales Leben zu ermöglichen, fördert das Difäm Einkommen schaffende Maßnahmen. Familien erhalten beispielsweise Ziegen, die ihnen Milch geben, und deren Jungen sie an andere Betroffene weitergeben können. Für die Drogenabhängigen in der Region konnte in der Nähe des Krankenhauses ein Raum gemietet werden, in dem sie sich regelmäßig treffen können. Hier bekommen sie Zugang zu sterilen Spritzen und Nadeln, um sich und andere zu schützen. Der Kontakt zu den Mitarbeitenden gibt Möglichkeiten zum Gespräch, und im Miteinander der Gruppe finden sie Perspektive und Halt. Das gemeinsame Singen und die Gespräche vermitteln Gemeinschaft und helfen in schwierigen Situationen weiter.

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