Für seelische Gesundheit in Indien

„Roshni“ oder „neues Licht“ heißt das vom Difäm unterstützte Projekt am Duncan-Krankenhaus im nordindischen Raxaul. Menschen in schwierigen Lebenssituationen sollen wieder Hoffnung auf eine würdevollere Zukunft bekommen, wie zum Beispiel Frauen, die erleben mussten, dass sie als minderwertig angesehen werden.

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Geburtsvorbereitung bis zur Alphabetisierung

In der abgelegenen Bergregion Darjeeling in Indien ist die Fahrt zur Gesundheitsstation für viele schwangere Frauen oft zu teuer und beschwerlich. Zusammen mit der Organisation HIMserve fördert das Difäm daher die Ausbildung von Dorfhebammen und Gesundheitshelferinnen vor Ort.

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Aufklärung und Versorgung am Duncan Hospital

Menschen, die mit HIV und Aids leben, werden oft ausgegrenzt und diskriminiert. Deshalb brauchen sie umfassende Hilfe, um positiv mit ihrer Infektion leben zu können. Unsere Partner im Duncan Hospital bauen ein städtisches Krankenhaus auf und versuchen über ein gemeindebasiertes Vorsorgeprogramm auch die Menschen in abgelegenen Regionen zu erreichen.

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Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Indien

Für mentale und körperliche Gesundheit in Indien

Indiens Wirtschaft beeindruckt mit hohen Wachstumsraten. Dennoch leben dort mehr Menschen unterhalb der Armutsgrenze, als in Europa und Afrika zusammen.

Der fernöstliche Subkontinent hält einen weiteren traurigen Rekord: Indien ist das Land mit der zweithöchsten HIV-Infektionsrate weltweit.

Menschen, die mit HIV und Aids leben, werden oft ausgegrenzt und diskriminiert. Deshalb brauchen sie umfassende Hilfe, um positiv mit ihrer Infektion leben zu können. Das Difäm unterstützt in Indien daher unter anderem ein Programm zur HIV-Prävention und Behandlung im Duncan Hospital im Nordosten des Landes, nahe an der Grenze zu Nepal.

Auch psychische Krankheiten nehmen in Indien zu. Wirtschaftskrisen, Überschwemmungen oder Dürren sowie mangelnde soziale Unterstützung treffen besonders Menschen in ländlichen Gebieten. Psychische Erkrankungen sind nicht selten eine Folge. Viele Betroffenen und ihre Familien leiden unter Diskriminierung und gesellschaftlicher Isolation. Das Difäm begleitet deshalb ein Projekt zur Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen, ebenfalls in enger Zusammenarbeit mit Fachkräften des Duncan Hospitals.

Difäm-Projekte in Indien

Für seelische Gesundheit in Indien

Wenn die Lebenslinie mit Trauer beginnt

Die Zahlen aus der Patientenaufnahme waren alarmierend: Auf der Kinderstation des Duncan-Krankenhauses wurden dreimal so viele Jungen wie Mädchen aufgenommen. Auch wurden doppelt so viel Jungen zum Impfen ins...

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Aufklärung und Versorgung am Duncan Hospital

Durch die Stadt Raxaul im Bundesstaat Bihar führt die einzige Verbindungsstraße zwischen Kalkutta und Katmandu in Nepal. 3000 Lastwagen passieren sie täglich und machen Zwischenstopp in der Stadt. Bihar ist der zweitärmste Staat des Landes und hatte...

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Geburtsvorbereitung bis zur Alphabetisierung

"Die Wege in den Bergen Darjeelings sind steinig und unzugänglich. Raubtiere lauern hinter den Büschen", erzählt Projektkoordinator Dr. Tigi Verghis von HIMserve, was 'Serving the Himalayas' bedeutet. Bis zu drei Stunden Fußmarsch müssen die Bewohner...

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Hintergründe zur seelischen Gesundheit in Indien

Interview mit Dr. Vandana Kanth

Im Duncan Hospital setzt sich Dr. Vandana Kanth für die Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen ein. Besonders Patienten, die eine schwere Zeit durchleben, will sie neues Licht im Leben geben. Das Difäm unterstützt und begleitet das "Mental Health"-Projekt der indischen Ärztin.

Wie ist die Situation für Menschen mit psychischen Erkrankungen in Indien?
Seit Beginn des nationalen Gesundheitsprogramms im Jahr 1982 hat sich viel verbessert. Heute gibt es ein breites Engagement zur Förderung psychischer Gesundheit, sowohl im öffentlichen als auch im privaten und ehrenamtlichen Bereich. Allerdings reicht dies selten bis in die ländlichen Gebiete. Doch Bevölkerungswachstum, Wirtschaftskrisen, Überschwemmungen oder Dürren und mangelnde soziale Unterstützung treffen besonders die Menschen auf dem Land und führen unter anderem zu psychischen Erkrankungen.
In ländlichen Regionen wird die Versorgungslücke für psychische Erkrankungen auf 90 Prozent geschätzt. Grund dafür ist neben der schlechten Infrastruktur besonders der Mangel an gut ausgebildetem Personal. In ganz Indien gibt es nur rund 3000 Psychiater für über 1,2 Milliarden Menschen.

Werden seelische Störungen von der indischen Bevölkerung falsch eingeschätzt?
Ein Mensch mit einer psychischen Erkrankung wird in Indien oft als Bürde und Fluch für die Gesellschaft betrachtet. Die Andersartigkeit wird auf böse Geister zurückgeführt, die von der Person Besitz ergriffen haben. Deswegen führt der erste Weg meistens zu einem traditionellen Heiler. Tritt keine Besserung auf, verstecken und verschweigen die Familien die psychische Erkrankung eines Familienmitgliedes um sich vor Diskriminierung zu schützen.

Das Projekt zur Förderung psychischer Gesundheit startete vor anderthalb Jahren. Welche Ziele haben Sie?
Es ist das erste Projekt dieser Art in unserem Einzugsgebiet und es wird jetzt deutlich, dass auch psychisch erkrankte Menschen ein Recht auf Behindertenstatus haben und in das Rentensystem einbezogen werden müssen. Wir haben den ersten und bisher leider auch einzigen Psychiater im ganzen Distrikt. Unser langfristiges Ziel ist die Versorgung aller Erkrankten im Einzugsgebiet. Hierfür müssen wir aber zuerst die Menschen für das Thema sensibilisieren und einen entsprechenden Zugang zur Versorgung schaffen.

Wie arbeiten Sie mit den Menschen in den Gemeinden zusammen?
In jeder Gemeinde erfolgt eine Auswahl und Schulung einer „aktiven Einsatzgruppe“, die immer aus vier Männern und vier Frauen besteht. Zu ihren Aktivitäten gehören Vorträge und Rollenspiele, die auf ein besseres Verständnis im Umgang mit den Erkrankten abzielen. Die Gruppe identifiziert alle, bei denen eine psychische Erkrankung vorliegen könnte und schickt sie dann zu unserem Psychiater oder  Psychologen.

Was haben Sie bisher erreicht? Sehen Sie Veränderungen in den Gemeinden oder im Leben der Patienten?
Wir haben durch die Einsatzgruppen bei 287 Menschen eine psychische Erkrankung diagnostizieren können. Am Anti-Suizid-Tag und am Tag der seelischen Gesundheit gab es im Krankenhaus große Veranstaltungen, bei denen wir  für einen offeneren Umgang mit dem Thema geworben haben. Immer mehr Betroffene kommen inzwischen gleich zu uns oder werden von ihren Familien gebracht. Die Stigmatisierung hat bereits deutlich abgenommen.

Was würden Sie verändern, wenn Sie könnten?
Als erstes würde ich das Projekt auf den ganzen Bundesstaat ausweiten und mehr gut ausgebildetes Personal einstellen. Außerdem muss die Bevölkerung weiter sensibilisiert werden, damit das Projekt langfristig etwas nützt. Und unsere Patienten brauchen gute Medikamente. Der Staat muss deshalb noch viel mehr leisten, als er bisher tut. Gesundheit ist das Recht jedes Menschen und dazu zählt auch die seelische Gesundheit.

Difäm-Partner in Indien

Langjährige Partnerschaften für nachhaltige Veränderung

Das Duncan Hospital in Raxaul
Das evangelische Duncan Hospital in Raxaul im Nordosten Indiens ist langjähriger Partner des Difäm. Seit 2006 besteht die Zusammenarbeit mit dem städtischen Krankenhaus. An ein damaliges Pilotprojekt zur HIV-Therapie schloss sich ein umfassendes Aufklärungs- und Präventionsprojekt an. Über das gemeindebasierte Vorsorgeprogramm wird versucht, die Menschen auch in ländlichen Regionen zu erreichen. Die Begleitung und Unterstützung eines Mental Health Projektes der Klinik ist ein weiteres Ergebnis dieser Zusammenarbeit. 

HIMserve in Darjeeling
In der benachbarten, schwer zugänglichen Bergregion Darjeeling arbeitet ein weiterer Partner des Difäm: Der Organisation HIMserve ('Serving the Himalayas') geht es um eine umfassende Versorgung der Bevölkerung. Zu deren Aktivitäten gehören Alphabethisierungskurse, aber auch die Ausbildung von Geburtshelferinnen. Dieser allumfassende Ansatz soll dazu beitragen, dass die Bewohner der Region in Würde leben können.

Kontakt

Dr. Elisabeth Schüle
Dr. Elisabeth Schüle Referentin Gesundheitsdienste Mohlstraße 26 72074 Tübingen Tel. 07071 7049028 Fax: 07071 7049039 schuele@difaem.de

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