Weltweite christliche Gesundheitsarbeit

Das Difäm – Deutsches Institut für Ärztliche Mission e.V.

Organigramm des Difäm
Organigramm des Difäm

Das Deutsche Institut für Ärztliche Mission e.V. (Difäm) ist ein gemeinnütziger Verein, der sich seit über 100 Jahren für Gesundheit in der Einen Welt einsetzt. 

Als Organisation für weltweite christliche Gesundheitsarbeit stärken wir Gesundheitsdienste durch die Zusammenarbeit mit Partnern in Kirchen, Gesundheitseinrichtungen und Nichtregierungs-Organisationen.

Daneben fördert das Difäm

  • die Aus- und Weiterbildung von Fachpersonal
  • die Ausstattung von Gesundheitseinrichtungen
  • die Verbesserung des Zugangs zu Medikamenten
  • den Ausbau lokaler Strukturen zur Supervision von Einrichtungen
  • die Finanzierung lokaler Gesundheitseinrichtungen.

Inhaltliche Schwerpunkte sind die Prävention und Behandlung von HIV und Aids, Malaria, Tuberkulose und anderen Infektionskrankheiten sowie von nicht übertragbaren und chronischen Krankheiten. Eine besondere Bedeutung haben die Förderung der Gesundheit von Mutter und Kind und die aktive Beteiligung der Menschen in Gemeinden beim Aufbau einer Basisgesundheitsversorgung. Das Difäm leistet sowohl Beratung als auch finanzielle Unterstützung für Projekte von Partnerorganisationen.

Das Difäm ist Träger der Tropenklinik Paul-Lechler-Krankenhaus gGmbH sowie der Akademie für Globale Gesundheit und Entwicklung (AGGE) . Ebenso engagiert sich das Difäm im Aktionsbündnis gegen AIDS sowie im Verband entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen sowie in kirchlichen Netzwerken.

Das Difäm ist Mitglied im Diakonischen Werk Württemberg.

Unsere Vision und Auftrag

Unsere Vision
Wir setzen uns ein für eine Welt, in der Gesundheit verwirklicht und Gottes heilendes Handeln sichtbar wird. Das ist eine Welt, in der alle Menschen die bestmögliche Gesundheitsversorgung bekommen.

Unser Auftrag
Wir begleiten Partner und Partnerorganisationen auf ihrem Weg, Gesundheit zu fördern, besonders für benachteiligte Menschen. Unsere Gesundheitsarbeit orientiert sich an den Gesichtspunkten der Qualität, Effektivität, Effizienz und Nachhaltigkeit. Sie ist Ausdruck der Solidarität mit benachteiligten Menschen und ein Beitrag zu Gerechtigkeit im Gesundheitsbereich. Die Basis der Arbeit bilden die christlichen Werte.

Arbeitsbereiche der Missionsärztlichen Dienste des Difäm

Abteilung Projekte & Programme
Die inhaltliche Arbeit, Projektentwicklung und -begleitung sowie Monitoring findet im Rahmen von Arbeitsgruppen statt. Zu den Arbeitsgruppen gehören Referentinnen und Referenten, die zu einem bestimmten Thema arbeiten und die entsprechenden Projekte betreuen.

  • AG ASSET/Basisgesundheitsversorgung
  • AG Beratung
  • AG Flucht und Migration
  • AG Gesundheitssystemstärkung
  • AG Kongo/Französisches Afrika
  • AG Pharma/Arzneimittelhilfe

Abteilung Bildung
Im Rahmen der 'Akademie für Gesundheit in der Einen' bündeln wir alle Bildungsangebote des Difäm und der Tropenklinik Paul-Lechler-Krankenhaus sowohl zu tropenmedizinischen Themen als auch zu Fragestellungen aus der Geriatrie und Palliativmedizin.

Abteilung Kommunikation
Die Abteilung Kommunikation trägt die Anliegen und die Arbeit des Difäm in die Öffentlichkeit. Mit Publikationen, Vorträgen und bei vielen Veranstaltungen wollen wir das Bewusstsein für die "Gesundheit in der Einen Welt" schärfen und dazu motivieren, sich zu engagieren.

  • Theologische Grundsatz- und Studienarbeit
    In allem, was wir tun und kommunizieren, wollen wir unserer christlichen Verantwortung gerecht werden, sowie medizinische und ethische Fragen theologisch begleiten. Dafür haben wir das Referat Theologische Grundsatzarbeit.
  • Politische Anwaltschaft
    Politische Anwaltschaft integrieren wir in viele unsere Aktivitäten: Wir setzen uns ein für den universellen Zugang zu Gesundheit, indem wir uns an Verantwortliche in Politik und Wirtschaft, aber auch an die breite Öffentlichkeit wenden. Zentrale Aufgaben übernimmt hier das Aktionsbündnis gegen AIDS (AgA), in dem wir uns engagieren.

Geschichte des Difäm

Das Deutsche Institut für Ärztliche Mission e.V. mit Sitz in Tübingen wurde am 15. November 1906 von Paul Lechler gegründet. Ziel war es, das ausreisende Personal der Missionsgesellschaften auf ihren Auslandsaufenthalt vorzubereiten und in Tropenmedizin auszubilden. 

Paul Lechler

Paul Lechler (1849-1925) war ein außergewöhnlicher und vielseitiger Mensch: Als begabter erfolgreicher Unternehmer und als überzeugter Christ war er in verschiedenen Bereichen sozial engagiert und brachte durch seine Wohltätigkeit vieles in Bewegung. Er schrieb: „Unser Christentum darf nicht bloß Weltanschauung sein, sondern es muss sich durch die Tat bewähren.“

Paul Lechler wurde 1849 in Böblingen geboren. Als junger Mann war er bereits ein erfahrener Unternehmer, der die Lackfabrik seines Vaters zu einem gewinnbringenden Unternehmen in Stuttgart-Feuerbach ausweitete. Eine glänzende Karriere und ein Leben in materiellem Wohlstand schienen gesichert. Doch die Arbeit eines Firmenleiters allein stellte Paul Lechler nicht zufrieden. Deutlich erkannte er die soziale Wirklichkeit der Fabrikarbeiter, die meist in Armut lebten. Es gab keine Arbeitsämter, keine Sozialversicherung, und wenn der Ernährer einer Familie krank wurde, bedeutete das oft große Not für die ganze Familie. Lechler spürte, dass seine Begabungen und sein Erfolg für ihn zugleich Gabe und Aufgabe waren und wollte bewusst soziale Verantwortung wahrnehmen.

Mit 26 Jahren beschloss Paul Lechler, zehn Prozent des jährlichen Gewinns seiner Firma für kirchliche und soziale Zwecke zu bereitzustellen. Im Alter von 28 Jahren überließ er das Unternehmen den leitenden Angestellten, um sich zunehmend sozialen Aufgaben zu widmen. In der Folgezeit war Lechler ehrenamtlich in der Stuttgarter Armenpflege tätig, baute aber nach einem Jahr erneut eine Fabrik auf, in der er Schmieröle sowie ein Holzschutzmittel vertrieb. 1882 rief er die erste private Arbeitsvermittlung in Stuttgart ins Leben, die er elf Jahre lang leitete und finanzierte.

Auf dem Weg zur Gründung

Die Ziele und die Arbeit der Ärztlichen Mission hatte Paul Lechler schon seit einiger Zeit mit Interesse verfolgt, als er 1898 den Missionsarzt der Basler Mission, Dr. Georg-Eugen Liebendörfer, traf. Beeindruckt von dessen Erzählungen über das Elend und die Krankheitsnot in Indien und die Möglichkeiten, die Ärzte in der Mission hätten, beschloss er, tatkräftig zu helfen. Er gründete Ende des Jahres 1898 in Stuttgart einen Verein für Ärztliche Mission als Hilfsverein für die Basler Missionsgesellschaft. In der Folgezeit wurde immer wieder diskutiert, ob es nicht – nach englischem Vorbild – sinnvoll und nötig sei, ein „Deutsches Institut für Ärztliche Mission“ ins Leben zu rufen. Paul Lechler verfolgte diese Idee konsequent weiter und dank seiner vielfältigen Beziehungen und mit seiner finanziellen Unterstützung konnte das Institut 1906 ins Leben gerufen werden.

Missionare, Menschen, Mediziner

Neben der Ausbildung von Missionsärzten, später auch Ärztinnen, kam dem Difäm auch in der Schulung von Krankenschwestern, der Behandlung von kranken zurückgekehrten Missionaren und nicht zuletzt der Entwicklung der Tropenmedizin in Deutschland eine wichtige Bedeutung zu. Mit der Zeit stieg die Anzahl der ausreisenden evangelischen Ärzte/innen langsam an. Bedingt durch die Weltkriege gab es aber immer wieder Unterbrechungen des deutschen Engagements.

Der Mensch ist die Medizin des Menschen - 100 Jahre Difäm

Ausführlichere Informationen über die Geschichte des Difäm finden Sie in der Broschüre "Der Mensch ist die Medizin des Menschen", die anlässlich des 100jährigen Jubiläums im Jahr 2006 erstellt wurde.
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Vom Pionier zum Partner - Die Rolle medizinischer Fachkräfte im Wandel

Nach der Unabhängigkeit vieler Länder wurde klar, dass ein westliches Medizinverständnis den Menschen vor Ort nicht gerecht wird und nicht einfach exportiert werden darf. Basisgesundheitsprogramme wurden entwickelt, die Solidarität, Partizipation, soziale Gerechtigkeit, Prävention und angepasste medizinische Versorgung  in den Mittelpunkt stellten. Universitäten und Ausbildungsstätten entstanden und einheimisches Personal übernahm immer mehr Verantwortung.

Mit der Unabhängigkeit wurden die meisten Missionskrankenhäuser entweder von den neuen Regierungen übernommen oder sie gingen in die Trägerschaft einheimischer Kirchen über. Noch heute werden bis zu 70 Prozent des Gesundheitswesens in Afrika von Kirchen getragen. Außerdem sind kirchliche Krankenpflegeschulen, Hochschulen und Universitäten in der Ausbildung sehr wichtig.

Die Rolle der Mitarbeitenden im Gesundheitssektor, die aus Europa, Nordamerika oder Australien nach Afrika kommen, hat sich grundlegend geändert. Statt Pionieren sind heute Fachleute gefragt, die den einheimischen Mitarbeitenden zuarbeiten, sie weiterbilden und dort, wo es keine Ärzte gibt, auch die medizinische Versorgung übernehmen – das alles möglichst unter einheimischer Leitung. Der Partner ist gefragt, der zuhören kann, der die andere Kultur versteht und respektiert und seine Expertise einbringt, um das Anliegen der Menschen vor Ort voranzubringen.

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Kontakt

Dr. med. Gisela Schneider
Dr. med. Gisela Schneider Direktorin Mohlstraße 26 72074 Tübingen Tel. 07071 7049017 Fax: 07071 7049039 schneider@difaem.de
Monika Harter
Monika Harter Direktions-Assistenz Mohlstraße 26 72074 Tübingen Tel. 07071 7049017 Fax: 07071 7049039 harter@difaem.de
Heike Scaal
Heike Scaal Direktions-Assistenz Mohlstraße 26 72074 Tübingen Tel. 07071 7049017 Fax: 07071 7049039 scaal@difaem.de

Jahresbericht 2014

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Difäm-Flyer

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Mitarbeitenden-Vertretung

Die offizielle Seite der Mitarbeitenden-Vertretung des Difäm und der Tropenklinik Paul-Lechler-Krankenhaus finden Sie hier