Gesundheit nachhaltig fördern

Das Erreichen eines bestmöglichen Gesundheitszustandes ist ein Menschenrecht. Dabei ist Gesundheit sowohl Voraussetzung als auch Ergebnis sozialer und wirtschaftlicher Entwicklung. Um Gesundheit nachhaltig zu fördern, Krankheiten vorzubeugen und Kranke adäquat zu behandeln, sind funktionierende Gesundheitssysteme notwendig. Die Verbesserung von Gesund-heitssystemen und die Stärkung der Gesundheitsdienste unserer Partner ist daher ein Schwerpunkt unserer Arbeit.

Medizinische Grundversorgung sichern

Gesundheit fördern – Gesundheitssysteme stärken

Noch immer haben viele Menschen keinen Zugang zu qualitativ hochwertiger Gesundheitsversorgung oder können sich diese nicht leisten, weil die Gesundheitssysteme vieler Länder zu schwach sind. Weltweit verarmen jedes Jahr rund 100 Millionen Menschen, weil sie krank werden und ihre Gesundheitsversorgung selbst bezahlen müssen.
Mit der Stärkung von Gesundheitssystemen können wir aktiv zur nachhaltigen Armutsminderung und Verbesserung der Gesundheitssituation beitragen.

Gesundheitssysteme im...

Noch immer haben viele Menschen keinen Zugang zu qualitativ hochwertiger Gesundheitsversorgung oder können sich diese nicht leisten, weil die Gesundheitssysteme vieler Länder zu schwach sind. Weltweit verarmen jedes Jahr rund 100 Millionen Menschen, weil sie krank werden und ihre Gesundheitsversorgung selbst bezahlen müssen.
Mit der Stärkung von Gesundheitssystemen können wir aktiv zur nachhaltigen Armutsminderung und Verbesserung der Gesundheitssituation beitragen.

Gesundheitssysteme im Detail

Nach der Definition der WHO umfasst das Gesundheitssystem eines Landes alle Organisationen, Einrichtungen und Personen, die zur Förderung, zum Erhalt und zur Wiederherstellung von Gesundheit beitragen. Dies beinhaltet Maßnahmen, die Auswirkung auf die Faktoren haben, die die Gesundheit bestimmen, wie etwa Armut, Sanitärversorgung, Zugang zu Wasser und Bildung, sowie Maßnahmen, die die Gesundheit direkt verbessern.

Die wichtigsten Elemente eines Gesundheitssystems sind:

  • ein System der Finanzierung von Gesundheit
  • gut ausgebildetes Gesundheitspersonal
  • zuverlässige Medikamentenversorgung
  • ein Gesundheitsinformationssystem für die im Gesundheitsbereich Tätigen und Politiker
  • eine gute Infrastruktur der Gesundheitseinrichtungen
  • ein gutes Straßennetz (Dieses kann lebensrettend sein, wenn dadurch eine schwangere Mutter rechtzeitig zur Entbindung in eine Klinik kommen kann).

Nur wenn alle diese Elemente gut ausgebildet sind, können Kranke angemessen versorgt werden. Und nur dann können Menschen auf lokaler Ebene Gesundheit fördern und zur Vermeidung und Behandlung von Krankheiten beitragen.

Ansätze zur Stärkung der Gesundheitssysteme

In den vergangenen Jahrzehnten gab es immer wieder Bestrebungen, die Gesundheits-versorgung durch neue Ansätze zu stärken. Die wichtigsten sind die Entwicklung des Konzepts der Basisgesundheitsversorgung (Primary Health Care) als ein umfassendes Konzept zur Stärkung von Gesundheitssystemen von der Basis her sowie die Millenniumentwicklungsziele der UN. Seit 2001 wurden durch die teilweise Verwirklichung der Entwicklungsziele enorme Fortschritte im Bereich der Gesundheit von Müttern und Kindern sowie der Infektionskrankheiten Aids, Malaria und Tuberkulose erzielt. Allerdings wurden beide Ansätze vor allem selektiv eingesetzt, sodass eine nachhaltige Stärkung lokaler Gesundheitssysteme nicht erreicht wurde.

Um die in den vergangenen Jahrzehnten erreichten Erfolge zu erhalten und die Gesundheit auch in anderen Bereichen zu verbessern, wird es in Zukunft weiterhin darum gehen, starke Gesundheitssysteme aufzubauen.

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Entwicklung nachhaltiger Gesundheitsversorgung

Um Krankheiten vorzubeugen und Kranke adäquat zu behandeln
Um Krankheiten vorzubeugen und Kranke adäquat zu behandeln, sind funktionierende Gesundheitssysteme notwendig


Auf dem Weg dazu brauchen wir folgendes:
 

  • Die Verantwortlichen im Bereich der Gesundheitspolitik und der Nichtregierungs-Organisationen sind herausgefordert, Konzepte zur Verbesserung der Gesundheit aller Bürger eines Landes zu entwickeln und sich aktiv für eine entsprechende Umsetzung einzusetzen.
  • Es ist von großer Bedeutung, dass medizinische Fachkräfte gut ausgebildet werden und bereit sind, auch in schwer zugänglichen Gegenden zu arbeiten und ihre Maßnahmen durch innovative Ansätze den lokalen Gegebenheiten anzupassen. 
  • Die Gemeinden an der Basis müssen einbezogen werden und ihre Fähigkeiten und Möglichkeiten einsetzen, um Gesundheit zu fördern, Krankheiten zu vermeiden, zu erkennen und zu behandeln. Denn vor Ort können viele Ursachen von Krankheiten, wie etwa mangelnde Hygiene oder schlechte Ernährung, angegangen werden.
    Darüber hinaus können einige der häufigsten Erkrankungen vor Ort behandelt werden. Dadurch wird die Weiterleitung ins Gesundheitszentrum oder das Krankenhaus auf schwerere Fälle begrenzt.
  • Wir brauchen gute Systeme der Finanzierung des Gesundheitswesens. Die finanziellen Ressourcen, die auf regionaler und nationaler Ebene vorhanden sind, sowie internationale Gelder müssen effektiv eingesetzt werden, um die Gesundheitsversorgung auch für vernachlässigte Bevölkerungsgruppen und Menschen in ländlichen Regionen zu verbessern.
  • Eine gute Medikamentenversorgung muss die Verfügbarkeit von essentiellen Medikamenten und Möglichkeiten der Diagnostik gewährleisten. So weit wie möglich sollten Medikamente (Generika) lokal hergestellt oder aus anderen südlichen Ländern – anstatt aus dem Norden – eingeführt werden.
  • Nur ein gutes Gesundheitsinformationssystem kann sicherstellen, dass die Daten auf allen Ebenen des Gesundheitssystems richtig erfasst, gesammelt und an die Distrikte und die nationale Ebene weitergeleitet werden, um dort in der Planung von Maßnahmen  berücksichtigt zu werden.
  • Regierungen, Nichtregierungsorganisationen und der private Sektor müssen sich vernetzen, Informationen austauschen und kooperieren anstatt unabhängig voneinander zu agieren. Dadurch können vorhandene Ressourcen effektiver eingesetzt werden. 
  • Auf allen Ebenen muss die Infrastruktur der Gesundheitseinrichtungen verbessert werden, damit diese einem zunehmenden Bedarf gerecht werden können. Auch die Erreichbarkeit der Einrichtungen für Menschen in abgelegenen Regionen muss dringend verbessert werden.

Für mehr Studienplätze und mehr Rückkehrer

Die Université Protestante d’Afrique Centrale (UPAC) in Yaoundé, Kamerun, will eine medizinische Fakultät einrichten. So können mehr junge Leute Medizin studieren und gleichzeitig die Werte der christlichen Gesundheitsarbeit kennenlernen. Insbesondere kirchliche Krankenhäuser in entlegenen Gebieten könnten davon langfristig profitieren.

Große Nachfrage nach Ärzten mit christlichen Werten

Die UPAC wurde 1959 gegründet und ist ursprünglich eine theologische Hochschule. Sie wird von 13 Kirchen aus ganz Zentralafrika getragen. Vor einigen Jahren wurden bereits zusätzlich Fakultäten in Sozialwissenschaft, Kommunikation und Technik eingerichtet. Nun will die UPAC auch ein Medizinstudium anbieten, denn jedes Jahr bewerben sich 8.000 Abiturienten auf landesweit 500 Medizinstudienplätze. Gleichzeitig suchen Hunderte von kirchlichen Gesundheitseinrichtungen dringend gut ausgebildete Ärzte. Insbesondere junge Menschen, die bereit sind in kirchlichen Krankenhäusern in ländlichen Gegenden zu arbeiten, sind kaum zu finden. Eine medizinische Fakultät an einer christlichen Hochschule könnte angehende Ärzte fachlich gut ausbilden und gleichzeitig die Werte christlicher Gesundheitsarbeit vermitteln. An der UPAC könnte ein Zentrum entstehen, das nicht nur für Kamerun, sondern für viele Länder in dieser Region von Bedeutung wäre. Ähnliche Fakultäten gibt es bereits im Kongo.

Unterstützung für Rückkehrer

Auch für Rückkehrer sind solche Pläne interessant. Eine junge kamerunische Biologin, die in Deutschland gerade ihren PhD gemacht hat, baut derzeit die vorklinische Ausbildung an der Fakultät auf. Das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt unterstützt Rückkehrer wie sie, damit der Einstieg in ein verantwortungsvolles Tätigkeitsfeld im Heimatland gelingt.

Auch Yves Obiombok ist nach seiner Facharztausbildung in Deutschland wieder nach Kamerun zurückgekehrt. In Ngaoundére, 600 Kilometer nördlich von Yaoundé, hat er in dem großen Krankenhaus der Lutherischen Kirche eine Orthopädie und Unfallstation aufgebaut, die bereits weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt ist. Sogar Patienten aus dem Tschad kommen zu ihm. Dr. Obiombok gibt sein Wissen gerne weiter. Ein junges Team aus Pflegern und Schwestern hat er bereits ausgebildet. Demnächst sollen auch junge Medizinerinnen und Mediziner in dem Krankenhaus Erfahrung sammeln.

Rückkehrer geben ihr Wissen weiter

"Heute suchen wir nicht mehr Europäer, die nach Afrika gehen. Heute kommen gut ausgebildete Afrikaner in ihr Land zurück und geben ihr Wissen und Können weiter", sagt Difäm-Direktorin Gisela Schneider, die im Auftrag von Brot für die Welt für die fachliche Beratung nach Kamerun gereist war. "Diesen Ansatz unterstützen wir, weil er langfristig zur besseren Gesundheitsversorgung von Armen und Marginalisierten führt."

Difäm-Projekte zur Stärkung der Gesundheitsdienste

Investitionen in Infrastruktur und Bildung in Kenia

Nomaden im Norden Kenias
Nomaden im Norden Kenias

Im Norden Kenias herrscht zehn Monate im Jahr extreme Trockenheit, das Gebiet ist karg und schlecht erschlossen. Um die Gesundheits-versorgung in der Region zu verbessern und das Gesundheitssystem zu stärken, haben wir längerfristige Projekte angestoßen. Sieben Gesundheitsstationen mit einem Einzugsgebiet von 198.000 Menschen in den Regionen Turkana und Marsabit unterstützen wir mit dem Bau von Gesundheitsstationen, der Schulung von Fachkräften und der Versorgung mit Medikamenten und Geräten wie Blutdruckmessgeräte. 

Erfahren Sie mehr über Aufbauarbeit in abgelegenen Regionen

Medizinische Koordination im Krisengebiet

Ein vierköpfiges Team koordiniert die medizinische Arbeit der evangelischen Kirche im Ostkongo
Ein vierköpfiges Team koordiniert die medizinische Arbeit der evangelischen Kirche im Ostkongo

Im Ost-Kongo arbeiten wir mit dem Département des Œuvres Médicales (DOM) zusammen. Das Team aus Bukavu, der Hauptstadt der Provinz Süd-Kivu, koordiniert die medizinische Arbeit der Mitglieds-kirchen der Église du Christ au Congo (ECC).
Die vier Mitarbeitenden sind für die Beratung und Begutachtung mehrerer Krankenhäuser, Gesund-heitszentren und -posten verantwortlich. Darüber hinaus koordinieren sie den Wiederaufbau zerstörter Gebäude in der Region sowie die Aus- und Weiterbildung medizinischen Personals. Sie stellen die Finanzierung der medizinischen Versorgung sicher und sorgen dafür, dass die Einrichtungen mit essentiellen Medikamenten ausgestattet sind.

Lesen Sie mehr über die Stärkung des Gesundheitssystems im Ostkongo

Kontakt

Ute Papkalla
Ute Papkalla Referentin für Gesund-heitssystemstärkung Mohlstraße 26 72074 Tübingen Tel. 07071-7049031 Fax: 07071-7049039 papkalla@difaem.de

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