Integrative Schule für Kinder

In Aru im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo gehen Kinder mit und ohne Hör- oder Sehbehinderung zusammen zur Schule. Das Gemeindezentrum für Bildung und Rehabilitation setzt sich auch für ihre Gesundheitsversorgung und die HIV-Aufklärung ein.

Ismael Byaruhanga hat in Aru ein neues Zuhause gefunden. Wie viele andere war auch er 2002 vor dem Bürgerkrieg im Ostkongo an die Grenze zu Uganda geflohen. In Aru ist es bis heute friedlich geblieben. Ismael ging anfangs seiner gewohnten Arbeit nach und führte Augenuntersuchungen an Schulen durch. Der Krankenpfleger traf auf viele schwerhörige oder gehörlose Kinder – eine große Zahl von ihnen hatte das Gehör aufgrund einer Meningitis verloren. Keiner kümmerte sich um sie.

Bildungsstätte für Taubstumme

2004 gründete Ismael Byaruhanga gemeinsam mit einem kleinen Team eine Bildungsstätte für Hörgeschädigte, das Centre d’Éducation et de Réhabilitation à Base Communautaire (CERBC). Seit einigen Jahren werden dort Kinder mit und ohne Hör- und Sehbehinderung in allen Klassenstufen gemeinsam unterrichtet. Die Behörden haben die Einrichtung anerkannt.

Auf dem Pausenhof geht es verhältnismäßig ruhig zu. Viele Kinder unterhalten sich in der Gebärdensprache. Eine Lehrerin erzählt, mit wie viel Spannung sie am Ende des vergangenen Schuljahres dem Ergebnis des Abschlussexamens der sechsten Klasse entgegengefiebert hätten. Fünf taube Kinder hatten diese Klasse gemeinsam mit vier Kindern, die hören können, besucht. Und alle hatten das von der Provinzregierung zugeschickte Examen bestanden.

Wertschätzung in einem Internat

Einige Kinder mit Behinderung leben auf dem Schulgelände in einem kleinen Internat. Im vergangenen Schuljahr waren es noch 50 Kinder gewesen, in diesem Jahr sind es nur noch 17. Viele Eltern können sich die Gebühren von 15 Euro pro Monat und Kind für Schule, Unterkunft und Verpflegung nicht leisten. Hinzu kommt, dass Kinder mit Behinderung wenig gelten und Angehörige sich häufig Fragen, wieso sie für so ein Kind überhaupt Geld ausgeben sollen. In der Schule und im Internat erleben die Kinder, dass sie wertgeschätzt werden.

Programm für Aufklärung über HIV und AIDS

Seit 2008 bestehen Kontakte zwischen CERBC und dem Difäm. Damals wurde bei Besuchen in Grundschulen festgestellt, dass etliche Mädchen im Alter von 13 bis 16 Jahren die Schule verließen, weil sie schwanger geworden waren. Eine der Ursachen dafür ist, dass die Eltern mit ihren Kindern nicht über Sexualität sprachen. Die Schuldirektoren stellten zudem kritisch fest, dass nicht nur die Schülerinnen und Schüler zu wenig Informationen zu HIV und Aids bekamen, sondern auch die Lehrerinnen und Lehrer.

Gemeinsam mit CERBC entwickelte das Difäm ein Programm zur Aids-Aufklärung in Grundschulen, das mittlerweile im fünften Jahr durchgeführt wird. Eine wichtige Rolle spielt dabei eine Gruppe von Jugendlichen, die mittels Theaterspiel die Kinder und Jugendlichen über HIV und Aids aufklären. Außerdem werden jugendliche und erwachsene Multiplikatoren ausgebildet. 

Das Thema HIV und Aids ist für CERBC nach wie vor aktuell. Die Sorge, dass Grundschulkinder sich mit HIV anstecken können, ist real. Zusammen mit dem Aids-Club der Jugendlichen wollen die Mitarbeitenden darum kämpfen, dass das Virus nicht weiter verbreitet wird.

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