Friedensnobelpreisträger Dr. Mukwege zu Besuch im Difäm

Dr. Denis Mukwege erhielt den Friedensnobelpreis 2018 für seinen Einsatz für die Gesundheit und Rechte der Frauen in der Demokratischen Republik Kongo. Das Difäm begleitet ihn und unterstützt seine menschenrechtliche und medizinische Arbeit seit mehr als zwei Jahrzehnten. Am 23. und 24. Juni ist er zu Besuch bei uns in Tübingen und Stuttgart.

Ihre Stimme für Frieden und Gerechtigkeit für die DR Kongo

Engagieren Sie sich für Gerechtigkeit und Frieden im Kongo!

Friedensnobelpreisträger Dr. Denis Mukwege ist Gynäkologe, Menschenrechtsaktivist und langjähriger Partner des Difäm. In seinem Krankenhaus im Kongo wurden in den letzten 20 Jahren 50.000 Opfer von sexueller Gewalt behandelt - und täglich werden es mehr.

Bei seinem Besuch in Tübingen und Stuttgart am 23. und 24. Juni 2019 appellierte Dr. Mukwege an Kirche und Gesellschaft: "Die Gewalt gegen Frauen muss ein Ende haben. Als Konsument und Verbraucher können Sie etwas bewegen, weil Deutschland eine Stimme hat in der Welt."

Über 2.500 Menschen haben seinen Appell für Gerechtigkeit und saubere Rohstoffe bereits unterschrieben und sich damit hinter die Anliegen von Dr. Mukwege gestellt, die hier im Detail nachzulesen sind.

Unterstützen Sie die medizinische und menschenrechtliche Arbeit von Dr. Denis Mukwege mit einer Spende und beteiligen Sie sich an seinem Online-Appell zu mehr Gerechtigkeit und Frieden mit Ihrer Unterschrift bei der Online-Petition

Hier finden Sie weitere Informationen zur Arbeit des Difäm im Kongo

Herzlichen Dank!

Ihre Dr. Gisela Schneider
Difäm-Direktorin

Appell an die Bundesregierung und Europäische Kommission

  1. Wir fordern Bundesregierung und Europäische Kommission auf, sich vorbehaltlos für die Beendigung der Straflosigkeit im Kongo und damit für ein international anerkanntes und unabhängiges Justizverfahren einzusetzen, das Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen verfolgt. Dazu sollen die Empfehlungen des Berichts der Vereinten Nationen von 2010 umgesetzt werden und die Opfer zu Wort kommen. Nur wenn die Wahrheit ans Licht kommt, kann Gerechtigkeit geschehen und Frieden gelingen.
  2. Wir fordern die Bundesregierung auf, gesetzliche Regelungen zu erlassen, damit die Geschäftstätigkeit und Rohstoffbeschaffung deutscher Unternehmen dazu beiträgt, dass Rohstoffe aus dem Kongo fair und unter Beachtung der Menschenrechte gewonnen und in den Welthandel gebracht werden und die Erlöse aus einer solchen Produktion und dem Handel in die Förderung von Bildung und Gesundheit fließen.

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Warum dieser Appell wichtig ist …

Vergewaltigung als Kriegswaffe

Der Gynäkologe und Menschenrechtsaktivist Denis Mukwege behandelt seit 20 Jahren Frauen, die brutal vergewaltigt wurden. Im Kongo wird Vergewaltigung gezielt als Kriegswaffe genutzt, um Frauen körperlich und seelisch zu verletzen. Die Folge ist die Zerstörung des Zusammenhalts von Familien und der Gesellschaft. Es entsteht eine Spirale der Gewalt.

Wir tragen eine Mitverantwortung

Vor fast zehn Jahren haben die Vereinten Nationen den Bericht „DRC: Mapping human rights violations 1993-2003“erstellt, der das Leiden der Menschen im Kongo dokumentiert. Der Bericht zeigt, wie vor allem die Menschenrechte von Frauen schwer verletzt wurden und das humanitäre Völkerrecht gebrochen wurde. „Wahrheit ist die Grundlage für Gerechtigkeit und Frieden“, sagt Denis Mukwege. Wenn Täter ohne Strafverfolgung bleiben, haben die Opfer keine Möglichkeit, ihr Trauma zu verarbeiten. „Denn vollständige Heilung geschieht erst dann, wenn Menschen auch Gerechtigkeit erfahren“, so der Nobelpreisträger.

Unternehmen zu fairer Produktion verpflichten

Die Gewalt im Kongo wird auch durch den Kampf um Rohstoffe und deren illegalen Abbau vorangetrieben. Diese Rohstoffe werden für die Produktion von Mobiltelefonen und Batterien auch für den deutschen Markt genutzt. Elektromobilität und Digitalisierung dürfen niemals auf Kinderarbeit, Vergewaltigung und Verbrechen gegen die Menschlichkeit aufbauen.

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Materialien zum Download

Unterstützen Sie die Gesundheitsarbeit im Kongo

Denis Mukwege Kompetenzzentrum

Im Kongo werden Frauen systematisch vergewaltigt. Die Justiz und die Politik unternehmen kaum etwas. Kirchliche und Menschenrechtsaktivisten kämpfen seit Jahren dafür, dass sexuelle Gewalt im Kongo geahndet wird. Doch ohne Unterstützung passiert kaum etwas.

Ein neues Kompetenzzentrum an der Evangelischen Universität in Bukavu soll nun die Gewaltursachen erforschen, Frauen aus- und weiterbilden sowie Frieden und Stabilität im Südkivu, im Kongo und weltweit fördern. Das Difäm begleitet diese Arbeit inhaltlich.

Erfahren Sie mehr über das Denis Mukwege Kompetenzzentrum

Mit Ihrer Spende helfen Sie Frauen im Kongo

Die Arbeit von Dr. Denis Mukwege hinterlässt überall im Ostkongo ihre Spuren. Junge Mediziner werden in seiner Klinik zu Fachärzten ausgebildet und geben ihr Wissen weiter. Auch Dr. Claude l´Dringi aus Bunia hat bei ihm operieren gelernt und selbst bereits viele Frauen mit Scheidenfisteln operiert.

In Europa gehören Scheidenfisteln seit der Einführung von Schwangerenvorsorge, Entbindungen im Krankenhaus und Kaiserschnitt der Vergangenheit an. Weltweit leiden jedoch noch immer zwei Millionen Frauen an den Verletzungen im Genitalbereich. Fehlende Geburtshilfe, frühe Schwangerschaften und sexuelle Gewalt sind auch im Kongo für Fisteln verantwortlich. Sie verursachen Schmerzen und Inkontinenz. Die Betroffenen werden oft verstoßen und leben isoliert.

Das Difäm fördert die Arbeit durch die Finanzierung von Fisteloperationen und Hygienesets für die Patientinnen. Auch unterstützt das Difäm kirchliche Gesundheitseinrichtungen durch Ausstattung und Medikamente ebenso wie die Weiterbildung der medizinischen Fachkräfte.


Unterstützen Sie die Arbeit unserer Partner durch Ihre Spende!

Spendenkonto
Deutsches Institut für Ärztliche Mission e. V.
Evangelische Bank eG
IBAN: DE36 5206 0410 0000 4066 60
BIC: GENODEK1EK1
Stichwort: Frauengesundheit

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Vergangene Veranstaltungen in Tübingen und Stuttgart

23.06.2019 | Unser Beitrag für Menschenrechte | Tübingen

23. Juni 2019, um 19 Uhr im Kupferbau, Hölderlinstraße 5, Tübingen

Jeder kann etwas tun! Unser Beitrag für Menschenrechte

Der Gynäkologe Dr. Denis Mukwege setzt sich für Frauenrechte und Frieden in der Demokratischen Republik Kongo ein. Aus­bildung von Fachkräften sowie die Behandlung und Stärkung von Frau­en sind im Panzi-Hospital in Bukavu wesentliche Ansätze.

Doch wie können wir uns hierzulande für eine star­ke Zivilgesellschaft, ein friedliches Miteinander, die Wahrung von Menschenrechten und das Ende der Gewalt gegen Frauen im Kongo einsetzen?

Nach dem Vortrag von Dr. Denis Mukwege und einer Ge­sprächsrunde mit folgenden Gästen haben Sie die Möglichkeit, Fragen an den Träger des Friedensnobelpreises zu stellen:

  • Dr. Denis Mukwege, Panzi-Hospital, DR Kongo
  • Dekanin Elisabeth Hege, Evangelischer Kirchenbezirk Tübingen
  • Dr. Christopher Gohl, Koordinator Lehre, Weltethos-Institut
  • Jonas Weinert, Menschenrechtswoche Tübingen

Difäm-Direktorin Dr. Gisela Schneider moderiert die Veranstaltung. Der Eintritt ist kostenfrei.

24.06.2019 | Denis Mukwege und die Rechte der Frauen im Kongo | Stuttgart

Denis Mukwege und die Rechte der Frauen im Kongo
24. Juni 2019, um 17.30 Uhr Stiftskirche, Stiftstraße 12, Stuttgart


Im Schnitt kommen jeden Tag zehn Frauen und Mädchen ins Panzi-Krankenhaus, die Opfer sexueller Gewalt geworden sind. Dort erhalten sie medizinische Hilfe, werden psychosozial und juristisch betreut und seelsorgerlich begleitet. Ihre Berichte ähneln sich: Bei der Feldarbeit wurden sie durch Milizen verschleppt und misshandelt, bei Überfällen auf ihre Dörfer vergewaltigt. Dr. Denis Mukwege und seinem Team geht es nicht nur darum, die Frauen und Mädchen medizinisch zu versorgen, sondern ihnen zu helfen, ihre psychischen Traumata zu überwinden und den Weg zurück in den Alltag zu finden.

In seinem Vortrag geht Denis Mukwege auf den Rohstoffhandel als Ursache für die Gewalt ein und zeigt auf, inwieweit auch unsere Handys und Elektroautos mit den Konflikten im Kongo zu tun haben. Und er versucht neue Wege auszuloten, wie die Rechte Frauen im Kongo gestärkt werden können.

Der Eintritt ist kostenfrei.
Herzliche Einladung!

Rede von Friedensnobelpreisträger Dr. Denis Mukwege in Tübingen

Kontakt

Anna Buck
Anna Buck Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Online-Redaktion Mohlstraße 26 72074 Tübingen Tel. 07071 7049030 Fax: 07071 7049039 buck@difaem.de

Resolution von Dr. Denis Mukwege

Zum Download
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